Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Vorstandsvorsitzender Peter Löscher sieht den geplanten IPO trotzdem auf dem Weg. Die Einnahmen von Osram stiegen zwischen April und Juni auf 1,16 Mrd Euro von 1,15 Mrd Euro. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 7%, wie Finanzchef Joe Kaeser in einer Telefonkonferenz erklärte. Das operative Ergebnis sank nach Angaben des Münchener DAX-Konzerns “aufgrund einer Kombination verschiedener Faktoren” dagegen “wesentlich”. Zu den belastenden Faktoren gehörten höhere Rohstoffkosten und der Preisdruck. Nach Steuern verdiente die Lichttochter im dritten Quartal nur noch 56 Mio Euro nach 74 Mio Euro im Vorjahr. Im Wettbewerbsvergleich schlage sich Osram aber wacker, sagte Kaeser.

Siemens hatte im Zuge der jüngsten Umbaumaßnahmen Ende März angekündigt, die Mehrheit von Osram an die Börse bringen zu wollen. Das IPO soll im Herbst über die Bühne gehen. Zuletzt hatte es aufgrund der schwachen Entwicklung beim Konkurrenten Philips im Lichtgeschäft und den Unsicherheiten an den Finanzmärkten allerdings Spekulationen gegeben, Siemens könnten bei dem geplanten Börsengang Probleme ins Haus stehen.

Löscher und Finanzvorstand Kaeser erklärten am Donnerstag unisono, an den Plänen werde unverändert festgehalten. Das Marktumfeld habe sich aber eingetrübt, gestand Kaeser ein und hielt sich zumindest ein Hintertürchen offen: Man müsse die kommenden Monate abwarten, um beurteilen zu können, ob der Lichtmarkt aktuell von kurzfristigen Nachfrageschwankungen beeinflusst werde oder das Hoch des Zyklus hinter sich gelassen habe. Erst dann könne man über das endgültige Timing entscheiden.

Osram erzielte im Geschäftsjahr 2010 mit weltweit rund 40.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,7 Mrd Euro. Der angestrebte Börsengang könnte der größte in Deutschland seit vielen Jahren werden. Mitte des Monats war Osram von einer GmbH in eine AG umgewandelt worden. Als Globale Koordinatoren für das IPO hat Siemens die Deutsche Bank, Goldman Sachs und UBS mandatiert.