Osram hatte die Leuchtenfirma Siteco erst im Februar 2011 erworben und muss nun hohe Abschreibungen

Osram hatte die Leuchtenfirma Siteco erst im Februar 2011 erworben und muss nun hohe Abschreibungen auf seine Tochter vornehmen (Bild: Siteco).

(Dow Jones/ks). Per Ende Juni hat die Siemens-Lichtfirma knapp 100 Mio Euro auf ihre Tochter Siteco abgeschrieben, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Osram-Kreise.Dies entspricht rund einem Drittel des Kaufpreises, den Siemens mit 260 Mio Euro angibt.

Osram hatte die oberbayerische Leuchtenfirma erst im Februar 2011 erworben, um sich für den Gang an die Börse aufzuhübschen. Dieser war zunächst für Herbst 2011 geplant, soll nun aber 2013 via Spin-off stattfinden. Siemens hat die Abschreibung bislang nicht mitgeteilt. Bei der Quartalsveröffentlichung Ende Juli sprach Finanzchef Joe Kaeser lediglich von 180 Mio Euro “Transformationskosten” bei Osram, die auch die Kosten für den 2011 angekündigten Abbau von 1.000 Stellen enthalten.
Ein Siemens-Sprecher bestätigte auf Anfrage lediglich den Kaufpreis für Siteco. Zu der genannten Abschreibung konnte er nichts sagen.
Zudem erwägt Siemens laut FTD, die Sperrminorität von 25% bei Osram zu unterschreiten. Würde der Konzern nur knapp 20% behalten, müsste er Osram nicht mehr konsolidieren – nicht einmal entsprechend der Höhe des Anteils (at equity). So könnte Siemens die Osram-Ergebnisse ganz aus den eigenen Zahlen heraushalten.
Ein Siemens-Sprecher bekräftige auf Anfrage, dass der Konzern Ankeraktionär von Osram bleiben wolle. Zu den Informationen der FTD wollte er sich nicht äußern.