Osram MLS Verkauf

Osram verkauft das Lampengeschäft an ein Konsortium um den LED-Hersteller MLS. - Bild: Osram

Über MLS als möglichen Käufer war im Vorfeld schon mehrfach spekuliert worden. Ihm zur Seite stehen der Finanzinvestor Yiwu State-Owned Assets Operation Center sowie die IDG Capital Partners.

Zusätzlich zu Kaufpreis erhält Osram in den kommenden Jahren Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markenrechten. Die zuständigen Behörden müssen die Transaktion noch genehmigen. Der Abschluss der Transaktion wird im Laufe des Geschäftsjahres 2017 erwartet.

Das Osram-Lampengeschäft Ledvance beschäftigt rund 8.900 Mitarbeiter, ist in mehr als 120 Ländern präsent und macht einen jährlichen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro.

Das Konsortium und Ledvance ergänzten sich sehr gut im Hinblick auf ihre komplementäre Aufstellung sowohl geographisch als auch beim Produktportfolio, erklärte Osram. MLS ist vor allem in China tätig, Ledvance in Europa und den USA. Durch die Transaktion würden beide jeweils von einem deutlich größeren Verkaufs- und Vertriebsnetzwerk sowie Synergien in der Beschaffung profitieren. Zudem sprächen die Produkte unterschiedliche Kundengruppen an.

Dadurch, dass sich die jeweiligen organisatorischen Strukturen kaum überschnitten, sei kein Personalabbau geplant. Betriebsvereinbarungen wie Kündigungsschutz und vollständige Tarifbindung und Sozialpläne blieben bis Ende 2018 erhalten.

Wandel im Lampenmarkt führte zur Trennung

Osram hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das Lampengeschäft mit Allgemeinbeleuchtung, das etwa Halogen- und Energiesparlampen sowie Leuchtstoffröhren und LED-Leuchten umfasst und etwa 40 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt, vom Rest des Konzerns abzuspalten. Durch den Wandel im Lampenmarkt verliert das Geschäft seit einiger Zeit an Umsatz. Osram steht dabei nicht alleine da. Auch der niederländische Konzern Philips hatte sich von seinem Lampengeschäft getrennt und dieses Ende Mai an die Börse gebracht.

Statt auf dieses Massengeschäft will sich Osram auf Märkte konzentrieren, die auf den Kunden zugeschnittene Angebote erfordern und stark von Innovationen geprägt sind. Dazu zählt der Konzern etwa optische Halbleiter, Spezialbeleuchtung und das Autogeschäft, in dem Osram Marktführer ist.

Ausbau des Geschäfts für LEDs

Dazu hatte das Unternehmen im vergangenen November angekündigt, sich stärker auf das Geschäft mit LEDs in der Allgemeinbeleuchtung zu konzentrieren, in dem Osram in den kommenden Jahren ein stärkeres Wachstum erwartet. Unterstützt werden soll dies durch Investitionen von rund 1 Milliarde Euro, die Osram in den Bau einer LED-Fabrik in Malaysia steckt. Insgesamt will Osram mit Investitionen von 3 Milliarden Euro bis 2020 wieder auf Wachstum umschalten

Bis 2020 peilt das Unternehmen dadurch einen Umsatz von 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro an. Nach Verselbstständigung des Lampengeschäfts würde dies ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 8 Prozent bedeuten. Damit würde Osram wieder das Niveau vor einer Trennung der Lampensparte erreichen.

Der Strategiewechsel war von Analysten und dem Anteilseigner Siemens stark kritisiert worden. Osram wende sich damit zu stark dem volatilen und wettbewerbsintensiven Massengeschäft zu. Sie hätten es lieber gesehen, wenn sich die ehemalige Siemens-Tochter nach dem Verkauf des Lampengeschäfts ganz auf Spezialitäten konzentriert hätte. Im Zuge des Streits hatte Finanzvorstand Klaus Patzak Ende Juni Osram verlassen.