KÖLN (gk). Vom Zusammenbruch der Kombinate zum Ende der DDR habe sich die ostdeutsche Wirtschaft inzwischen gut erholt, teilte das IW mit. Allerdings ist die Struktur eher mittelständisch und binnenorientiert. Von der Auslandsstärke des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbes sei der Osten mit Exporten in Höhe von 3100 Euro pro Einwohner weit entfernt. In den Westländern dagegen führte die Industrie 2009 im Schnitt Waren für fast 8000 Euro je Einwohner aus.

Besser sieht es allerdings aus, wenn man die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe als Vergleichsmaß heranzieht: Da die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Osten insgesamt fast ein Drittel geringer ist als in Westdeutschland und auch die Industrie trotz der Aufholjagd der vergangenen Jahre einen geringeren Anteil an der Wirtschaft aufweist, wurden hier 2009 schon 73 % des westdeutschen Exportwerts erreicht.

Aufschlussreich ist auch ein Blick zurück: Im Jahr 1999 wurden aus den neuen Ländern erst Waren im Wert von knapp 1300 Euro je Einwohner ausgeführt – gegenüber gut 7100 Euro im Westen. Im Jahr 2005 lieferte dann jeder Ostdeutsche statistisch gesehen schon für 1900 Euro Rotkäppchen-Sekt oder Textilmaschinen ans Ausland. Zu bedenken ist auch, dass viele mittelständische Industriebetriebe aus dem Osten den exportstarken Konzernen in Westdeutschland zuliefern; ihre Produkte finden so indirekt den Weg über die Grenzen.