Reinhard Pätz, VDMA Ost:

Reinhard Pätz, VDMA Ost: "Steigende Beschaffungs-, Material- und Energiekosten verschärfen den Preisdruck." (Bild: VDMA)

Die ostdeutschen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus verzeichneten in den vergangenen Monaten steigende Kapazitätsauslastungen und Auftragsbestände.

LANDSBERG (gk). Mit 89 % lag die  Kapazitätsauslastung des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus im ersten Quartal 2011 deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert von 86 %. Das ergab eine Konjunkturumfrage des
VDMA-Landesverbandes Ost. Einen ähnlichen Wert registrierte der Landesverband letztmals im Herbst 2008, unmittelbar vor Beginn der Krise. Die Zahl der Firmen, die im Vergleich zum Vorquartal mehr Aufträge verbuchen konnte, stieg. Während etwa ein Drittel der Unternehmen wieder eine Voll- oder Überauslastung verzeichnet und zum Teil die Kapazitäten erweitern muss, sind andere noch weit von früheren Erfolgen entfernt, unter anderem Hersteller von Druck- und Papiermaschinen.
Andere Indikatoren wie das Auftragspolster und die Umsatzrendite zeigen nach Einschätzung das VDMA Ost, dass die wirtschaftliche Entwicklung stabil, aber noch nicht nachhaltig ist. Zwar lasse sich eine Marktbelebung beobachten, die Kunden hielten sich dennoch vor allem mit der Vergabe größerer Aufträge zurück. Die Folge sei ein starker Wettbewerbs- und Preisdruck, der durch die steigenden Beschaffungs-, Material- und Energiekosten zusätzlich verschärft werde, sagte der Geschäftsführer des VDMA Ost, Reinhard Pätz. Probleme bereiten den Unternehmen außerdem die Engpässe der Zulieferer bei gleichzeitig kurzen Lieferzeitforderungen der Kunden sowie die Suche nach qualifizierten Fachkräften. 96 von 100 Unternehmen erwarten in den kommenden drei Monaten bessere oder gleichbleibende Geschäfte. Die Personalplanungen gleichen denen der Vormonate: 38 % der Firmen wollen in den kommenden sechs Monaten Mitarbeiter einstellen, lediglich 4 % planen einen Stellenabbau. Die Zahl der Kurzarbeiter geht zurück. Waren im ersten Quartal 2010 mehr als 34 % der Mitarbeiter betroffen, sind es jetzt noch 3 %.