Pfeiffer

Die Pfeiffer-Aktionäre verwehrten dem Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Oltmanns die Entlastung. - Bild: Pfeiffer

Oltmanns erhielt nur 48,51 Prozent der Stimmen des vertretenen Kapitals, wie er selbst als Versammlungsleiter in Wetzlar mitteilte.

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG ließ in diesem Jahr über die Entlastung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder einzeln abstimmen, während im Vorjahr noch die Gremien als Ganzes entlastet wurden. Die Busch-Gruppe, die Pfeiffer Vacuum übernehmen möchte und selbst mehr als 30 Prozent an dem TecDAX-Konzern hält, hatte zuvor dafür plädiert, Oltmanns wegen fehlender Unabhängigkeit nicht zu entlasten. Oltmanns' Kanzlei war für Pfeiffer tätig, Busch sieht darin einen Interessenkonflikt.

Die beiden Vorstände und die anderen Aufsichtsräte des Unternehmens erhielten jeweils mindestens 97 Prozent der Stimmen. Im Jahr zuvor hatten mehr als 99 Prozent des vertretenen Kapitals für die Entlastung von Vorstandes und Aufsichtsrat gestimmt.

Die Hauptversammlung war so gut besucht wie nie. Mehr als 600 Menschen strömten am Dienstag in die Stadthalle in Wetzlar, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Präsenz lag bei 67,4 Prozent. Grund für das rege Interesse war vor allem das Übernahmeangebot der Busch-Gruppe. Das südbadische Familienunternehmen, selbst ein Hersteller von Vakuumpumpen, Gebläsen und Verdichtern, bietet 110 Euro je Pfeiffer-Aktie und hält aktuell über 30 Prozent. Das Übernahmeangebot bewertet Pfeiffer mit etwas mehr als 1 Milliarde Euro. Allerdings schloss die Pfeiffer-Aktie am Dienstag mit 124,50 Euro bereits deutlich höher.

Pfeiffer-Vorstandschef Manfred Bender wies die Offerte auf der Hauptversammlung erneut als zu niedrig zurück und empfahl den Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen. Auch habe die Busch-Gruppe kein "schlüssiges, strategisches Konzept zur ernsthaften, effizienten und wertsteigernden Zusammenarbeit."