MUMBAI (Dow Jones)–Man nehme die Pläne von Evonik Industries zum Verkauf der Sparte zur Kenntnis, teilte der indische Hersteller von Industrieruß in einer Stellungnahme an die Börsenaufsicht am Dienstag mit. Eine abschließende Entscheidung stehe noch aus. Die Zeitung “Times of India” hatte zuvor geschrieben, dass Phillips Carbon Black eine Offerte für die Evonik-Sparte in Indien abgeben könnte. Der nach eigenen Angaben führende Rußproduzent in Indien und Teil des indischen Industriekonglomerats RPG könne nun aggressiv für das Evonik-Geschäft bieten, da die indische Aditya Birla nach dem Kauf von Columbian Chemicals nicht mehr an einem Erwerb der Evonik-Sparte interessiert sei, so die Zeitung.

Evonik hatte im September das nach Angaben von Branchenkennern vergleichsweise margenschwache Geschäft mit Carbon Black zum Verkauf gestellt. Carbon-Black-Produkte finden in der Reifen- und Gummiindustrie sowie in Lacken, Kunststoffen, Druckfarben und Tonern Verwendung. Die Evonik-Sparte kommt auf rund 1 Mrd Euro Jahresumsatz.

Aus Finanzkreisen hieß es Ende Januar, dass der Verkauf der Rußsparte mit etwa einem halben Dutzend Bieter in die nächste Runde geht. Zu den Kandidaten zählten neben Phillips Carbon Black auch die Finanzinvestoren Triton Partners, Rhone Capital und Advent International. Interesse wurde zudem den US-Konkurrenten Cabot Corp und Columbian Chemicals nachgesagt. Columbian aus Atlanta ging aber nun für 875 Mio Dollar an das Industriekonglomerat Aditya Birla.

Die Gebote zur zweiten Runde sollten Mitte Februar eingehen und die Transaktion möglichst noch im Februar abgeschlossen werden, hatten zwei Informanten gesagt. Verkäufer Evonik peile dabei einen Preis von rund 1 Mrd Euro an, ergänzte eine weitere Person. Bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 130 Mio Euro entspräche dies etwa dem 7,7-fachen EBITDA.