Ferdinand Piëch

Ferdinand Piëch will seinen Aktienpaket verkaufen. - Bild: VW

Der sich seit einigen Wochen abzeichnende Ausstieg von Piëch aus dem Volkswagen-Konzern ist damit beschlossene Sache. Es seien nun die Verträge unterzeichnet worden, mit denen die im Einflussbereich von Ferdinand Piëch stehenden Privatstiftungen den wesentlichen Anteil ihrer Stammaktien der Porsche Automobil Holding SE an weitere Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertragen, teilte die Holding mit, die einen Großteil der Volkswagen-Stammaktien hält.

Die Finanzaufsicht und die Kartellbehörden in mehreren Ländern müssen der Transaktion noch zustimmen. Über die Ferdinand Karl Beta Privatstiftung bleibt Ferdinand Piech noch "geringfügig" an der Porsche SE beteiligt.

Am Wochenende hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Verhandlungen über den Verkauf der Porsche-Anteile unmittelbar vor dem Abschluss stehen. Mit einer Entscheidung sei in der kommenden Woche, auf jeden Fall aber vor Ostern zu rechnen, hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet. Wie die Bild am Sonntag unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, sollte die Übernahme des 1,1 Milliarden Euro teuren Aktienpaketes durch die Familien Piëch und Porsche vor der Hauptversammlung am 30. Mai in Stuttgart abgeschlossen werden. Die Porsche SE hält 52,2 Prozent der Volkswagen-Stammaktien.

Verlorener Machtkampf

Ferdinand Piëch war früher Vorstandsvorsitzender von Volkswagen und saß bis 2015 im Aufsichtsrat des Autobauers. Seinerzeit verlor er den Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn und musste aus dem Kontrollgremium ausscheiden.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte kostete wenig später Winterkorn das Amt. Seither gibt es Streit um die Frage, wer wann über was Bescheid gewusst hat. Piëch wirft Vorständen und Aufsichtsräten des Konzerns vor, von den Abgasmanipulationen weit früher als bisher eingestanden gewusst zu haben.