FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Am vergangenen Donnerstag hatte ein Bundesgericht in Manhattan die Schadenersatzklagen zweier Hedgefonds gegen die Porsche Holding SE abgewiesen. Die Richter entschieden, dass die US-Wertpapiergesetze keine Anwendung finden und folgten damit Porsches Einwänden, dass die betroffenen Aktien nicht in den USA notiert und auch nicht gehandelt worden seien. Die Kläger haben 30 Tage Zeit, Berufung einzulegen.

Insgesamt 39 Investmentfonds hatten Porsche sowie dem früheren Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter vorgeworfen, Investoren beim Versuch zur Übernahme von Volkswagen getäuscht und belogen zu haben und verlangten mehr als 2 Mrd Dollar Schadensersatz.

Als die Stuttgarter am 26. Oktober 2008 bekannt gaben, wie viele Aktien des Wolfsburger Konzerns sie tatsächlich direkt und indirekt besaßen, ließ dies den Kurs der VW-Aktie rasant ansteigen und machte Volkswagen kurzzeitig zum teuersten Unternehmen der Welt. Die Investoren hatten allerdings auf fallende Kurse gewettet und mussten nun herbe Verluste hinnehmen, die sie vor Gericht einklagen wollten.

Sollte die Entscheidung des US-Gerichts Bestand haben, ständen lediglich steuerliche Fragen der ursprünglich für dieses Jahr geplanten Fusion von Volkswagen und Porsche im Weg. Unklar ist bislang, wie der Zusammenschluss steuerlich zu bewerten ist.

Zudem muss die Porsche-Dachgesellschaft, unter der neben dem Sportwagengeschäft auch die Beteiligung an Volkswagen gebündelt ist, ihren Schuldenberg abtragen. Dazu wollen sich die Stuttgarter bis Ende Mai über die Ausgabe neuer Stamm- und Vorzugsaktien 5 Mrd Euro frisches Kapital einsammeln.