Ende Juli stand der Stuttgarter Konzern noch immer mit 6 Mrd Euro bei den Geldgebern in der Kreide, wie Porsche am Dienstag mitteilte.

STUTTGART (Dow Jones/ks)–Nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen drücken den Sportwagenhersteller Porsche weiter Milliardenschulden. Dabei waren die eingenommenen 3,9 Mrd Euro aus dem Einstieg von Volkswagen zum Großteil in den Schuldenabbau geflossen. Ende Juli 2009 hatten die Stuttgarter noch 11,4 Mrd Euro Schulden.

Der Abbau der Schulden ist eine Voraussetzung dafür, dass Porsche im kommenden Jahr als zehnte Marke unter das Dach von Volkswagen schlüpfen kann. Deshalb sollen die Aktionäre der Porsche Automobil Holding SE am 30. November die geplante Kapitalerhöhung beschließen.

Porsche hatte sich bereits 51% an Volkswagen gesichert, doch mitten in der Finanzkrise brach der Plan, Europas größten Autohersteller zu übernehmen, in sich zusammen. Im Sommer 2009 stimmte Porsche nach dramatischen Verhandlungen schließlich der Übernahme zu. Diese erfolgt in mehreren Schritten: Im Dezember hatte VW nach einer milliardenschweren Kapitalerhöhung für 3,9 Mrd Euro zunächst 49,9% an Porsches Sportwagengeschäft übernommen.

Im ersten Halbjahr 2011 will sich die Porsche Dachgesellschaft, unter der neben dem Sportwagengeschäft auch die Beteiligung an Volkswagen gebündelt ist, 5 Mrd Euro frisches Kapital über die Ausgabe neuer Stamm- und Vorzugsaktien besorgen. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piech könnten den Autohändler Porsche Salzburg Holding an VW verkaufen, um mit den Erlösen an der Kapitalerhöhung teilzunehmen.

Mit dem Geld will Porsche auch den ersten Teil des 8,5 Mrd Euro schweren Kredits ablösen. 2,5 Mrd Euro werden zum Ende des ersten Halbjahres fällig.