Wiedking Härter Porsche

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft will Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (li.) und dessen ehemaligen Finanzvorstand Holger Härter (re.) wegen ihrer Rolle in der VW-Übernahmeschlacht 2008 hart bestrafen. - Bild: United Pictures

Im Verfahren gegen zwei frühere Porsche-Vorstände vor dem Landgericht Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen von zwei Jahren und sechs Monaten bzw. von zwei Jahren und drei Monaten sowie Bußgelder von jeweils eine Million Euro beantragt. Zudem forderte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag, gegen die Porsche Automobil Holding SE eine Geldbuße von 807 Millionen Euro zu verhängen.

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Holger Härter müssen sich vor dem Landgericht wegen des Vorwurfs der informationsgestützten Marktmanipulation im Zuge der verpatzten VW-Übernahme durch Porsche verantworten. Die Ermittler glauben, dass die beiden Ex-Manager bewusst falsch über die VW-Übernahmepläne von Porsche informiert haben. Sie hätten dadurch die Anleger getäuscht und den VW-Kurs manipuliert.

Porsche hatte 2008 versucht, die Volkswagen AG zu übernehmen. In mehreren Mitteilungen vor dem 26. Oktober 2008 wurde diese Übernahmeabsicht noch dementiert. Die Staatsanwaltschaft geht nach Abschluss der Beweisaufnahme davon aus, dass die Pressemeldungen von Porsche aus der Zeit vor dem 26. Oktober 2008 unrichtig waren, weil die Angeklagten sich spätestens am 3. März 2008 zur Übernahme von Volkswagen entschlossen hätten. Dass Porsche dies mehrfach dementierte, war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft geeignet, den VW-Aktienkurs zu manipulieren.

Am 25. Februar wird die Verteidigung ihre Plädoyers halten. Das Urteil wird voraussichtlich am 4. März verkündet.