Detlev von Platen

Detlev von Platen: "Ich sehe das Jahr 2016 positiv und stabil. Porsche habe ein "super Momentum" aus dem vergangenen Jahr mitgenommen. Im Jahr 2015 hatte Porsche mit einem Plus von 19 Prozent einen Rekordabsatz von rund 225.000 Autos erzielt." - Bild: Porsche

Porsche-Fahrzeuge hätten sich im Februar "gut" verkauft, sagte von Platen im Interview mit Dow Jones Newswires auf dem Automobilsalon in Genf. Der Manager warnte mit Blick auf die langfristige Entwicklung aber vor einem Umbruch durch Themen wie Digitalisierung, Konnektivität und Elektrifizierung. Vor dem Hintergrund werde Porsche "neue Geschäftsfelder, neue Wege für das Thema Automobil finden müssen", mahnte von Platen.

Der Vertriebsvorstand kündigte damit eine Entwicklung an, die für Porsche einer Art Revolution gleichkommt. Bislang hatte sich das Traditionsunternehmen weitgehend auf alte Tugenden des Automobilbaus verlassen: Porsche baute schnelle, luxuriöse Sportwagen. Das Thema autonomes Fahren etwa überließ die Volkswagen-Tochter größtenteils der Konzernschwester Audi. Es mache durchaus Sinn, über Systeme nachzudenken, die einen Stau angenehmer und das Parken einfacher machten, sagte von Platen nun - wenngleich er ebenfalls sagte: "Ein Porsche, den man nicht mehr selbst fährt, wird kein Porsche mehr sein."

Bislang ist Porsche mit der Konzentration auf alten Stärken hoch erfolgreich. "Ich sehe das Jahr 2016 positiv und stabil", sagte von Platen denn auch in Genf. Porsche habe ein "super Momentum" aus dem vergangenen Jahr mitgenommen. Im Jahr 2015 hatte Porsche mit einem Plus von 19 Prozent einen Rekordabsatz von rund 225.000 Autos erzielt. Zu Beginn des Jahres hatte Vorstandschef Oliver Blume mit Blick auf die Verkäufe schon angekündigt, dass es im Jahr 2016 nach vielen Jahren des sehr starken Wachstums "moderater" zugehen werde, das Plus dennoch voraussichtlich mindestens im einstelligen Prozentbereich liege.

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    Porsche 911 R. - Bild: Porsche

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    Porsche Macan. - Bild: Porsche

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"Volumen darf nie ein Ziel sein"

Porsche 911R
Detlev von Platen warnte mit Blick auf die langfristige Entwicklung vor einem Umbruch durch Themen wie Digitalisierung, Konnektivität und Elektrifizierung. Vor dem Hintergrund werde Porsche "neue Geschäftsfelder, neue Wege für das Thema Automobil finden müssen." - Bild: Porsche

"Volumen darf nie ein Ziel sein für Porsche und wird es auch nicht per se", sagte nun von Platen. Es gehe darum, langfristig zu wachsen. Das Unternehmen müsse die Sprünge der vergangenen Jahre nun verarbeiten und sich auf eine solide Basis stellen, um dann in den nächsten Jahren in der Lage zu sein, wieder "mehr Tempo" aufnehmen zu können.

Dass sich auch Porsche den Zukunftstrends nicht entziehen kann, drückte von Platen so aus: Die Veränderungen, die die Branche in den nächsten fünf Jahren sehe werde, seien gravierender als alles, was die Industrie in den vergangenen vier Jahrzehnten erlebt habe. Porsche müsse sich Themen wie Digitalisierung, Konnektivität und Elektrifizierung stellen - auch um den direkten Kontakt zu den Kunden nicht zu verlieren: "Wir müssen sicherstellen, dass wir die Kundenschnittstelle behalten, die sich sonst auflösen könnte", mahnte von Platen.

Anders als Porsche sprechen die deutschen Premiumautobauer BMW, Audi und Mercedes-Benz längst sehr offen über ihre Bemühungen etwa um selbstfahrende Autos. Die drei Hersteller bieten schon verschiedene Assistenzsysteme an. Darunter sind Systeme, die das Einparken übernehmen oder teilautonom auf der Autobahn fahren. "Es geht nicht unbedingt darum, überall der Schnellste zu sein", sagte Porsche-Vertriebsvorstand von Platen. Derzeit beschäftige sich das Management des Herstellers mit vielen Zukunftsthemen. Porsche müsse sich gleichwohl sehr genau überlegen, welche Produkte zur Marke passten.

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Solide Entwicklung" in allen wichtigen Märkten der Welt"

Porsche 918 Spyder
Porsche müsse sich Themen wie Digitalisierung, Konnektivität und Elektrifizierung stellen - auch um den direkten Kontakt zu den Kunden nicht zu verlieren. - Bild: Porsche

Mit Blick auf das angefangene Jahr sagte von Platen, es sei wichtig, dass Porsche weiterhin eine "solide Entwicklung" in allen wichtigen Märkten der Welt sehe. China werde weiter wachsen, allerdings nicht mehr so schnell. Von Platen rechnet für den Markt mit einem Plus zwischen 4 und 5 Prozent. Der US-Markt dürfte nach Einschätzung des Vertriebsvorstands in diesem Jahr eine Größenordnung von 17,8 bis 17,9 Millionen neu zugelassener Fahrzeuge erreichen und damit noch einmal leicht zulegen.

In Europa hätten sich Märkte wie Spanien, Portugal und Italien "sehr gut erholt", sagte von Platen. Auch Frankreich habe sich verbessert. England sei sehr stabil, und Deutschland sei nach wie vor in einer positiven Entwicklung. "Das heißt aber nicht, dass alles wieder rosa ist", fügte der Vertriebsvorstand hinzu. Griechenland gelte es weiter zu beobachten. Auch Russland werde die Autohersteller weiter beschäftigen. Porsche hoffe, dort in diesem Jahr die Verkäufe auf dem Niveau des Vorjahres bei rund 5.000 Autos zu stabilisieren. Der Nahe Osten sei durch den niedrigen Ölpreis und politische Unsicherheiten derzeit eine schwierigere Region.

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