Von Nico Schmidt, Dow Jones

DETROIT (ks)–Der Auftragseingang legte nach Aussage des Managers sogar um die Hälfte auf 110.000 Sportwagen zu. Für 2011 zeigte sich Müller zuversichtlich, nannte aber keine Details.

Nach dreijähriger Abstinenz ist Porsche wieder auf der wichtigen US-Automesse in Detroit vertreten und stellt dort erstmals eine Coupé-Variante des geplanten Supersportwagens 918 Spyder vor, den RSR. Der Hybrid-Porsche hat 767 PS und soll mit drei Litern Benzin auf 100 Kilometern auskommen. Der RSR ist ein technisch anspruchsvolles Vorzeigeprojekt – Supersportler mit den Abgaswerten eines Kleinwagens.

Präsentationsvideo von Porsche (englisch)

[media id=41 width=430 height=290]

Der 918 Spyder wird im Porsche-Forschungszentrum in Weissach entwickelt und soll in Zuffenhausen vom Band rollen. Der zweisitzige Plug-In-Hybrid soll die 100-Stundenkilometer-Grenze nach nur 3,2 Sekunden knacken und in der Spitze eine Geschwindigkeit von etwa 320 Stundenkilometer schaffen.

Vorgestellt hat Porsche die Konzeptstudie des Wagens erstmals auf dem Genfer Automobilsalon im Frühjahr 2010. Später sorgte sie auch auf der Automesse in Peking für Furore. Im Juli gab der Porsche-Aufsichtsrat dann grünes Licht für die Serienentwicklung des Rennwagens.

Der 918 wird die Produktpalette von Porsche nach oben erweitern, die bislang aus dem Einsteigermodell Boxster, dem Cayman, dem SUV Cayenne sowie dem Panamera und dem 911er besteht.

Porsche konnte in den vergangenen Monaten seine Verkaufszahlen in den USA deutlich steigern und profitierte dabei vor allem von der viertürigen Sportlimousine Panamera und vom neuen Geländewagen Cayenne. 2010 setzten die Stuttgarter gut 25.300 Autos in Nordamerika ab, fast 30% mehr als im Krisenjahr 2009.

Jüngere Kunden will die Stuttgarter Sportwagenschmiede künftig mit einem kleinen SUV gewinnen, der unter dem Arbeitstitel “Cajun” entwickelt wird. Erst kürzlich gab es dafür grünes Licht.

Neben Volumen peilt Porsche bei dem Cajun Synergien aus der Kooperation mit Volkswagen an. Der Wolfsburger Massenhersteller, der gegenwärtig Porsche als neue Marke im Konzern integriert, setzt auch beim Sportwagenhersteller auf rasantes Wachstum.

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, der auch den Vorstand der Porsche Holding führt, will mit einer erweiterten Produktpalette mittelfristig 150.000 Porsche jährlich verkaufen. Kritiker fürchten allerdings, dass Porsches einzigartiges Markenimage unter einer stark auf Volumen ausgerichteten Unternehmenspolitik leiden könnte. Ein effizientes Produktionssystem und vor allem die enorme Zahlungsbereitsschaft der Kunden haben Porsche zum profitabelsten Autobauer der Welt gemacht.