Linde

Der Zusammenschluss von Linde und Praxair hat von den Praxair-Aktionären das Placet erhalten. - Bild: Linde

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Praxair-Aktionäre am Mittwoch mit einer deutlichen Mehrheit für den Deal.

Anfang Juni hatten beide Seiten den Fusionsvertrag unterzeichnet. Aus dem Zusammenschluss würde das weltgrößte Branchenunternehmen mit 27 Milliarden Euro Umsatz, 66 Milliarden Euro Börsenwert und weltweit 80.000 Mitarbeitern hervorgehen. Es würde damit den derzeitigen Spitzenreiter Air Liquide überrunden.

Die Fusion ist allerdings nicht unumstritten. Besonders die Gewerkschaften sehen das Vorhaben kritisch. Die IG Metall fürchtet, dass bis zu 10.000 Arbeitsplätze bei Linde verloren gehen könnten. Auch dass die Holding ihren Sitz nicht mehr in Deutschland haben wird und der fusionierte Konzern aus den USA heraus gesteuert werden soll, kritisiert sie.

Zudem dürften die Kartellwächter den Zusammenschluss kaum ohne Auflagen durchwinken.

In Deutschland muss das Fusionsvorhaben auch die Hürde der Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent nehmen. Sollte sich abzeichnen, dass diese Abnnahmequote nicht erreicht wird, wäre Linde-Vorstandschef Aldo Belloni allerdings bereit, die Mindestannahmequote zu senken.

Die Aktionäre des Münchener DAX-Konzerns haben bis zum 24. Oktober Zeit, das Tauschangebot anzunehmen. Für jede zum Umtausch eingereichte Aktie der Linde AG erhalten Aktionäre 1,54 Aktien der Linde plc. Die nach irischen Recht gegründete Holding bekommt einen Doppelsitz - handelsrechtlich liegt er in der irischen Hauptstadt Dublin, steuerrechtlich in der südenglischen Stadt Guildford, wo auch die Hauptverwaltung ansässig sein wird.