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Für den Gasekonzern Linde ist ein Zusammenschluss mit dem US-Wettbewerber Praxair vom Tisch. - Bild: Praxair

"Diese Frage stellt sich jetzt erst einmal nicht", sagte Reitzle dem Handelsblatt. Nach dem sofortigen Abgang des Finanzchefs Georg Denoke und dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Büchele stehe Linde nun vor einem Neubeginn.

Reitzle spricht von einer "Zäsur im positiven Sinne". Der lang schwelende Konflikt im Vorstand habe das Unternehmen in seiner Effizienz gebremst. Gemeint ist der Streit zwischen Denoke und Büchele. Es sei schwierig, Entscheidungen zustande zu bringen, wenn Dissens herrscht, so Reitzle. Dass die Fusionsgespräche mit Praxair an dem Streit gescheitert seien, will der Manager aber so nicht stehenlassen.

"Die Mergerverhandlungen sind zum einen grundsolide geführt worden, dies bei aller Komplexität. Eine Fusion mit Praxair war für uns schon immer eine attraktive Option", sagte Reitzle. "Auch der Finanzvorstand hat diese Wertschöpfungspotenziale gesehen." Der Deal sei aber ein Verstärker für die Spannungen im Vorstand gewesen. Das habe man so nicht absehen können.

Eine Rolle bei den Verhandlungen habe zudem gespielt, dass ein in den USA gelistetes Unternehmen bei gleicher Performance deutlich höher bewertet werde. Mit einer Integration von Linde bei Praxair wäre eine deutlich höhere Marktkapitalisierung möglich gewesen. Allerdings müsse man als Linde weitere Stakeholder-Interessen berücksichtigen.

Air Products? Anderes Geschäftsmodell...

Auf die Frage nach einem möglichen Zusammenschluss mit Air Products, über den am Markt auch spekuliert wird, sagte Reitzle: "Das ist ein ganz anderes Geschäftsmodell. Praxair wäre der beste Partner für uns."

Zum Rücktritt Bücheles, der seinen Vertrag über April 2017 hinaus nicht verlängern will, sagte Reitzle: "Er hat sich sehr stark mit dieser Transaktion identifiziert. Er sah die industrielle Logik, dagegen war dies nicht jedem Arbeitnehmervertreter zu vermitteln."