Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (ks)–Damit sind die drei Unternehmen zwei Monate vor dem Jahresende auf dem besten Weg, ihre Ziele für 2010 zu erreichen. Der weltgrößte Hersteller von Oberklassewagen BMW hat nach Angaben vom Dienstag im Oktober so viele Autos verkauft wie noch nie in diesem Monat. Insgesamt brachten die Münchener 128.593 Wagen an die Kunden in aller Welt. Das entspricht einem Plus von 12%. Für die Kernmarke entschieden sich im Oktober 107.789 Käufer (+12%), für den Stadtflitzer Mini 20.525 (+6%). Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte, angesichts der Erfolge der neuen Modelle wie des X1, des neuen 5er oder des Mini Countryman erwarte der DAX-Konzern weiterhin ein zweistelliges Verkaufsplus in den verbleibenden Monaten bis zum Jahresende.

Die amtierende Nummer zwei der Branche, die Daimler-Tochter Mercedes-Benz, hatte bereits Ende der vergangenen Woche die Oktober-Verkaufszahlen veröffentlicht. Die Stuttgarter setzten im Vormonat 108.400 Autos der Marken Mercedes-Benz, smart, Maybach und AMG ab (+11%), die Kernmarke verkaufte sich 100.500 mal (+13,6%). Sorgenkind bleibt der Stadtflitzer smart, der sich nur noch knapp 8.000 Mal verkaufte (-15,4%).

Auch die Volkswagen-Tochter Audi hat zwar erneut einen Absatzanstieg auf 87.600 Autos verbucht, das Tempo bei den Ingolstädtern nahm aber deutlich ab. Im Oktober lag das Verkaufsplus bei gerade noch knapp 6%, im bisherigen Jahresverlauf dagegen bei mehr als 16%.

Dass sich das Wachstumstempo bei Audi verlangsamt, ist allerdings nicht überraschend, da Audi im vergangenen Jahr vergleichsweise schadlos durch die Krise gekommen war und sich die Absätze bereits im Schlussquartal des Vorjahres stabilisiert hatten. Zudem fällt es dem Marktführer in China alleine aufgrund der höheren Vergleichszahlen deutlich schwerer, im Reich der Mitte bei den prozentual dreistelligen Zuwächsen der Konkurrenten mitzuhalten.

Auch nach zehn Monaten verteidigte BMW damit die Stellung als Marktführer. Die Münchener verkauften insgesamt 1,19 Mio Autos (+13%), davon rund 1 Mio der blau-weißen Kernmarke (+15%). Mercedes-Benz kommt insgesamt auf knapp 1,04 Mio Verkäufe (+12,3%), wobei die Marke mit dem Stern um 15,5% auf 954.400 Verkäufe zulegte. Audi setzte im bisherigen Jahresverlauf knapp 917.000 Autos der Marke mit den vier Ringen ab. Das sind 16,4% mehr als noch 2009.

Das Rennen um die Pole-Position im Luxussegment ist nach dem Ende der Krise in vollem Gange: BMW peilt für 2010 ein Absatzwachstum von rund 10% auf mehr als 1,4 Millionen Autos an, Audi will 1,08 Millionen Wagen verkaufen und damit einen neuen Rekord aufstellen. Mercedes-Benz will ebenfalls zweistellig wachsen, nachdem der Absatz 2009 um rund ein Zehntel auf etwa 1,13 Millionen Autos geschrumpft war. Auch wenn Audi noch ein gutes Stück hinter der Konkurrenz liegt, wollen die Ingolstädter bis 2015 mehr als 1,5 Mio Autos verkaufen und sich damit an die Spitze des Premiumsegment setzen.