Proalpha CEO Dr. Friedrich Neumeyer

Dr. Friedrich Neumeyer ist CEO des ERP-Anbieters Proalpha. - Bild: Proalpha

Herr Dr. Neumeyer, Strafzölle und Handelskonflikte stehen derzeit auf der Tagesordnung. Inwieweit ist Ihr Geschäft/Ihre Branche davon betroffen und welche Auswirkungen gibt es konkret?

Strafzölle und Handelskonflikte wirken sich vor allem auf unsere Kunden direkt aus. Denn viele von ihnen sind international tätig, sei es mit eigenen Niederlassungen oder durch Kunden, die aus anderen Ländern kommen. Auswirkungen spüren wir daher vor allem dadurch, dass sich die Budgets unserer Kunden verändern oder verschieben.

Da wir jedoch mehrere verschiedene Branchen adressieren, gibt es hier große Unterschiede, so dass für uns die Folgen bisher begrenzt waren. Natürlich beobachten wir die Entwicklungen sehr genau, um uns darauf einstellen zu können. Vorerst scheinen sich einige Nationen darauf zu verständigen, Handelshürden zu senken. Das schätzen wir als grundsätzlich positiv für den weiteren Verlauf unseres Geschäfts und das unserer Kunden ein.

Welche Märkte haben für Ihr Geschäft/Ihre Branche in Zukunft Bedeutung und warum?

Proalphas  Kernmarkt sind mittelständische Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Immer mehr dieser „Hidden Champions“ verkaufen und produzieren ihre Produkte international.  Wir überprüfen ständig, welche Märkte für unsere Kunden an Bedeutung gewinnen. Dabei ist von den sogenannten „BRIC“-Ländern, die vor nicht allzu langer Zeit als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft angesehen wurden, China die eine langfristige Konstante. Aber auch Märkte wie Mexiko, Vietnam oder die Türkei werden für bestimmte Branchen wichtiger, wie zum Beispiel die Automobilzulieferindustrie. Daher suchen wir ständig nach Möglichkeiten, wie wir unsere Kunden noch besser in diese Märkte begleiten können. Dies betrifft aber nicht nur die Dienstleistungskompetenz, sondern natürlich auch die Fähigkeit des Produktes, in solchen Märkten lokal angepasst einsatzfähig zu sein. Möglicherweise gibt es hier durch die aktuellen Entwicklungen in Folge von Strafzöllen und Handelsvereinbarungen Verschiebungen. Ob sie kommen und wie diese aussehen, lässt sich aktuell jedoch noch nicht sagen.

Mit welchen Technologien wird sich Ihr Unternehmen/Ihre Branche auch in Zukunft am Weltmarkt behaupten?

Die größte Herausforderung in den nächsten Jahren für viele Unternehmen ist der Wandel von Produkten hin zu Services. Darauf stellen wir uns unter anderem ein. Wir arbeiten permanent an Zukunftsthemen, zum Beispiel zu Industrie 4.0 und zur Usability von morgen.

Auch mit der Verfügbarkeit von Daten beschäftigen wir uns. Denn die Menschen arbeiten heute genauso zu Hause wie unterwegs am Flughafen. Für Digitalisierung und Industrie 4.0 bilden Daten und ihre Verfügbarkeit zudem die Basis. Dadurch wird die Vernetzung von ERP und anderen Systemen immer wichtiger und damit der Plattformgedanke, auch und gerade für ERP. Denn für die gewünschte Vernetzung sind viel mehr Integrationsmöglichkeiten und eine größere Offenheit der Systeme notwendig.

Gleichzeitig betrachten wir die Geschäftsentwicklungen unserer Kunden und lassen sie in unsere Entwicklung einfließen, wie bei unserer neuen Version 7.1. Diese setzt den Schwerpunkt auf das internationale Geschäft und enthält viele Verbesserungen für diesen Bereich. Denn erst die Kombination aus dem technologischen Know-how und dem Wissen um die Bedürfnisse unserer Kunden ist die Basis für die weitere positive Entwicklung unseres Unternehmens.

Welche Schulnote geben Sie der aktuellen Konjunktur?

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