Productronica 2011: Zukunftsfeld Elektromobilität 1

Productronica, die  Leitmesse für Elektronikproduktion schließt mit 1 234 Ausstellern an das Niveau von 2007 an.

 

Marisa Robles-Consée

MÜNCHEN (sp). Trotz der turbulenten Finanzmarktsituation setzt die Fertigungsindustrie ihren Höhenflug fort: Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Elektronikindustrie in Deutschland rechnen mit einem Rekord-Umsatzwachstum von 18 %. Das zeigte sich auch in den sieben Messehallen mit einer Ausstellungsfläche von 41.016 m² netto (77.000 m² Bruttofläche), die etwa 15 % größer war als 2009. Gute Gespräche über konkrete Projekte und ab und zu ein Auftrag, trugen zur guten Stimmung bei. Die Auftragsbücher sind selbst im Q4/2011 weitestgehend voll.

Rainer Kurtz, Geschäftsführender Gesellschafter von Ersa, Fachbeiratsvorsitzender der productronica und Geschäftsführer des VDMA Fachverband Productronic ist davon überzeugt, dass Deutschland im Weltmarkt eine sehr gute Stellung hat: „Der deutsche Maschinenbau ist ‚Enabler‘ für die Produktionstechnik und hat bislang stets eine Nasenlänge Vorsprung.“ Erfahrungen aus angestammten Märkten ließen sich auf neue Kundensegmente übertragen.

Bestes Beispiel hierfür ist die Batterieproduktion, welche die Messe München mit der Sonderschau „Batterieproduktion und Leistungselektronik“ ins Rampenlicht rückte. Das Wachstumspotential belegt Dr. Eric Maiser, Managing Director des VDMA Fachverbands Productronic, mit Zahlen des Marktforschungs-unternehmen Yole Développement: Mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 29 % soll dieser Markt weltweit von heute unter 1 Mrd. US% bis 2020 auf rund 5 Mrd. US$ anwachsen. Große Chance hätten vor allem Maschinenbauer aus automotivefremden Bereichen wie Elektronik und Photovoltaik, bekräftigt er.

 Dennoch trägt die Stimmung nicht mehr durch 2012: Im Mittel sehen die VDMA-Mitglieder eine Stagnation, die Rainer Kurtz mit einer Wachstumsprognose von +4 % für 2012 konkretisiert. Diese Verlangsamung der Konjunktur bestätigt Christoph Stoppok, Geschäftsführer des Fachverbands PCB and Electronic Systems im ZVEI ebenfalls: „Das Boomjahr 2010 sorgte heuer für großes Wachstum, doch schwappt die Welle nicht auf 2012 über.“

Größter Treiber des deutschen Markt für elektronische Baugruppen ist laut ZVEI die Kfz-Elektronik.

In Zahlen bedeutet dies, dass der Markt für elektronische Baugruppen in Deutschland von 2010 auf 2011 um 5,6 % auf 26.317 Mio. € stieg, hingegen die Umsatzprognosen für 2012 mit nur 4,2 % auf 27.415 Mio. € wachsen; größter Treiber ist die Kfz-Elektronik: „Die Weichen sind auf ‚Grün‘ gestellt“.