Leoni setzt seine Prognose erneut herauf (Bild: Leoni).

Leoni setzt seine Prognose erneut herauf (Bild: Leoni).

Leoni hat nach eigenen Angaben die Produktionskapazitäten in seinem ägyptischen Bordnetz-Werk nach zwischenzeitlichen Ausfällen inzwischen wieder annähernd auf Normalniveau angehoben.

Gunnar Knüpffer

NÜRNBERG. Trotz der schwierigen politischen Lage Ägyptens, die weite Teile der Wirtschaft im Land lahm legt, konnte Leoni die Produktion in seinem Werk in Kairo nach anfänglich starken Beeinträchtigungen fortführen und “mittlerweile weitgehend normalisieren”. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg mit. Zentrale Maßnahmen im Rahmen des Krisenmanagements sind die zeitlich flexible Anpassung des Schicht-Systems an die Ausgangssperre sowie der Einsatz einer selbst organisierten Bus-Flotte, die die Mitarbeiter in das Werk und zurück nach Hause bringt. Seit Mittwoch, 2. Februar, seien wieder 80 bis 90 % der Belegschaft anwesend, die größtenteils länger als üblich arbeiten und dadurch Fertigungsrückstände mindern beziehungsweise aufholen können, hieß es bei Leoni. Das Werk selbst ist bisher unversehrt. Leoni bleibe wegen der schwer einzuschätzenden politischen Entwicklung weiterhin in höchster Alarmbereitschaft.

Bereits vorbeugend hatte das Unternehmen noch vor dem Ausbruch der Unruhen die Produktion in Ägypten erhöht und über Bedarf produziert sowie die Waren exportiert. Daher sei derzeit von den meisten Produkten ausreichend Material auf dem Weg zu den Kunden, deren Versorgung damit für die nächsten zwei bis drei Wochen sichergestellt sei, teilte Leoni mit. Solange die Aktivitäten des Frachthafens in Kairo eingestellt beziehungsweise eingeschränkt sind, wird Leoni in Abstimmung mit den Kunden dringende Waren per Luftfracht ausführen.

Die Lage in den vier tunesischen Werken ist laut Unternehmensangaben bereits seit mehr als einer Woche wieder “weitgehend stabil”. Vereinzelt träten noch Verzögerungen im Transport und beim Fährbetrieb auf. Lieferrückstände lägen aktuell aber nicht vor.

Leoni beschäftigt in Ägypten rund 4000 und in Tunesien etwa 12000 Mitarbeiter. An allen Standorten werden Kabelsätze und Bordnetz-Systeme für europäische Automobilkunden oder internationale Zulieferer hergestellt. Leoni erwartet durch die Beeinträchtigungen in Nordafrika keine nennenswerten finanziellen Belastungen.