FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Während das Unternehmen am Mittwoch bei Vorlage der Drittquartalszahlen den Umsatzausblick für das Gesamtjahr 2010 erhöhte, kappte Smartrac zugleich die bisherige Annahme, die operative Gewinnmarge gegenüber 2009 steigern zu können und geht nunmehr davon aus, dass diese im laufenden Jahr mehr oder weniger gleich bleiben wird.

Ein Grund ist der Aufbau der Produktion in Malaysia, welcher das Smartrac-Ergebnis bereits seit mehreren Quartalen belastet. Mit Blick auf Ineffizienzen am Hauptfertigungsstandort in Thailand erklärte das Unternehmen am Mittwoch, eingeleitete Gegenmaßnahmen würden beginnen, erste positive Effekte zu zeigen. Smartrac entwickelt und produziert so genannte RFID-Transponder, die unter anderem in Kreditkarten und ePassports eingesetzt werden.

Die Nachfrage ist dabei ungebrochen: In den ersten neun Monaten erzielte das Unternehmen gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzzuwachs von 42% auf 130,9 Mio Euro und erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr 2010 auf einen Wert von über 175 Mio Euro. Zuvor waren etwa 165 Mio Euro in Aussicht gestellt worden.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte zwischen Januar und Ende September um 43% auf rund 15,7 Mio Euro. Daraus ergibt sich eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte operative Marge von rund 12%.

Für das vierte Quartal erwartet Smartrac ein EBITDA in Höhe des dritten Quartals von etwa 5,9 Mio Euro. Daraus ergibt sich eine EBITDA-Prognose von rund 21,6 Mio Euro für das Gesamtjahr. Unter der Annahme eines Umsatzes von 175 Mio Euro würde die Marge damit etwas mehr als 12% erreichen. 2009 hatte sie bei etwa 12,5% gelegen. Eigentlich hatte Smartrac im laufenden Jahr die Profitabilität des Vorjahres übertreffen wollen.

“Der Vorstand geht fest davon aus, dass sich die in Aussicht gestellte Verbesserung der Profitabilität lediglich verzögert, bis die operativen und organisatorischen Maßnahmen ihre volle Wirkung entfaltet haben”, erklärte das im TecDAX geführte Unternehmen nun am Mittwoch. Insgesamt werde erwartet, dass sich das anhaltende Umsatzwachstum in den ersten Quartalen des Jahres 2011 in einer Verbesserung der Profitabilität widerspiegeln werde.

Smartrac bekommt aktuell einen neuen Großaktionär, nachdem die Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners (OEP) Ende August ein Übernahmeangebot über 20 Euro je Aktie angekündigt hatte. Die Annahmefrist begann am 11. Oktober und läuft noch bis zum 8. November. Vorstand und Aufsichtsrat von Smartrac unterstützen die Pläne, zu denen auch eine inzwischen durchgeführte Kapitalerhöhung gehörte, die OEP komplett gezeichnet hat. OEP hat sich inzwischen bereits mehr als 50% der Smartrac-Stimmrechte gesichert.

Smartrac wies am Mittwoch darauf hin, dass das EBITDA um bestimmte Kosten in Zusammenhang mit der OEP-Offerte bereinigt wird.