Antireflexionsschicht für Solarzellen von Roth & Rau: Bei der neuesten Generation der

Antireflexionsschicht für Solarzellen von Roth & Rau: Bei der neuesten Generation der Antireflexbeschichtungsanlagen (SiNA 2) gab es Anlaufschwierigkeiten (Bild: Roth & Rau).

HOHENSTEIN-ERNSTTHAL (DJ/gk). Die mehrheitlich zur schweizerischen Meyer-Burger-Gruppe gehörende Roth & Rau AG hat es im ersten Halbjahr härter getroffen als erwartet. Abschreibungen, stornierte und verschobene Aufträge sowie Einmalkosten drückten Roth & Rau tief in die roten Zahlen. Der Anlagenbauer hatte seine Aktionäre zwar schon vor Wochen auf einen geringeren Konzernumsatz und ein deutlich negatives EBIT eingestimmt, doch blieben der auf 92,8 (Vorjahr 118,8) Mio Euro gesunkene Umsatz und das auf minus 24,4 (plus 6,1) Mio Euro gefallene EBIT noch hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Im zweiten Quartal seien deutlich weniger Projekte abgeschlossen worden, schreibt die im TecDAX notierte Roth & Rau AG in ihrem Halbjahresbericht. Ein Großteil der für das zweite Quartal geplanten Umsätze sei noch nicht realisiert werden. Unter anderem gab es Anlaufschwierigkeiten bei der neuesten Generation der Antireflexbeschichtungsanlagen (SiNA 2).

An Sonderbelastungen fielen laut Roth & Rau in den ersten sechs Monaten 12,6 Mio Euro an, davon gut 3,1 Mio Euro im Zusammenhang mit der Übernahme durch die Meyer Burger Technology AG. Wertberichtigungen schlugen mit knapp 7,8 Mio Euro Buche. Das bereinigte EBIT belief sich auf minus 11,8 Mio Euro. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 18,3 Mio Euro nach einem Gewinn von nahezu 5 Mio Euro in den ersten sechs Monaten 2010.

Angesichts der erheblichen Unsicherheiten über die weitere Marktentwicklung könne derzeit keine belastbare Prognose für 2011 abgegeben werden, wiederholte die Gesellschaft. Mitte Juli hatte Roth & Rau die Prognose für 2011 kassiert. Ursprünglich waren 300 Mio bis 325 Mio Euro Konzernumsatz und eine EBIT-Marge von 4% bis 7% geplant gewesen.

Schnelle Erholung scheint nicht in Sicht: “Die Auftragslage hat sich seit Juni 2011 spürbar abgekühlt”, sagte Vorstandsvorsitzender Dietmar Roth: “Wir gehen davon aus, dass die verhaltene Nachfrage nach Produktionsequipment, vor allem für die Herstellung kristalliner Silizium-Solarzellen in unseren Kernmärkten, in den kommenden Monaten anhalten wird.” Ablesbar ist das beim Auftragseingang. Netto, also nach Stornierungen, gingen die Bestellungen im ersten Halbjahr von 265 Mio auf 616.000 EUR zurück. Entsprechend schrumpfte der Auftragsbestand zur Jahresmitte auf 244 (351) Mio EUR.