Opel-Werk Eisenach

Gewerkschaft und Betriebsrat wollen die Produktion einen elektrifizierten SUV ins Opel-Werk Eisenach holen. Opel-Mutter PSA verlangt dafür Zugeständnisse von den Mitarbeitern. - Bild: Opel

Die Opel-Mutter PSA hat sich für die Verhandlungen mit der IG Metall nun die harten Bandagen übergestülpt. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet waren am Freitag vergangener Woche die Verhandlungen zwischen IG Metall und Opel beziehungsweise PSA unterbrochen worden.

Die Arbeitgeberseite hatte die Stundung der im April anstehenden Tariferhöhung und den Abbau übertariflicher Zulagen verlangt. Erst dann sollte der Bau eines elektrifizierten SUVs im Werk Eisenach ab der ersten Jahreshälfte 2019 zugesagt werden. Gewerkschaft und Betriebsrat ließen sich nicht darauf ein.

Die Franzosen retournierten prompt. Der Opel-Mutterkonzern hat die geplante Investitionsentscheidung für das Werk Eisenach ausgesetzt. Verkünden durfte das Opel-Chef Michael Lohscheller der Belegschaft.

Als Grund wird der Widerstand der IG Metall angeführt. Genauer: Die geplante Investition habe noch kein grünes Licht erhalten, weil die Verhandlungen mit den Sozialpartnern noch nicht zu einer Einigung geführt hätten, schrieb der Opel-Chef an seine Mitarbeiter.

Gleichwohl halte Opel nach Lohschellers Worten an dem Plan fest, in alle deutschen Standorte zu investieren. Die Verhandlungen gingen weiter, wobei man keine Zeit zu verlieren habe.

Opel Adam Produktion in Eisenach
Im Opel-Werk Eisenach läuft derzeit unter anderem der Adam vom Band. - Bild: Opel

Blühende Landschaften unterhalb der Wartburg

Das Eisenacher Werk, unweit der Wartburg, zählte bereits kurz nach der Wende zum Opel-Produktionsverbund. Im September 1992 eröffnete der Autobauer das Werk. Im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl rollte der erste Opel Astra „made in Eisenach“ vom Band.

Bereits zwei Jahre bevor der erste Eisenach-Astra in die Welt hinaus fuhr, hatte Opel in Thüringen mit der Herstellung des Vectra begonnen. Damit engagierte sich Opel als einer der ersten westdeutschen Automobilhersteller in den neuen Bundesländern. Und legt durch das neue Werk und das entsprechende Investitionsvolumen von über einer Milliarde Mark den Grundstein zur Wiederbelebung des Automobilbaus in der Region.

Nur acht Monate nach Produktionsstart des Opel Astra rollte 1993 der erste Corsa vom Eisenacher Band. Der erste Corsa „made in Eisenach“ ist zugleich auch der erste Corsa „made in Germany“. Zuvor fertigte Opel das Modell ausschließlich im spanischen Saragossa. Im Jahr 2012 bekam der Kleinwagen einen Bruder: Seitdem produzieren die Werker auch das Modell Adam in Eisenach.