PSI Berlin

PSI meldet steigende Zahlen für die ersten neun Monate 2017. - Bild: PSI

Der Konzernumsatz stieg laut PSI durch das Wachstum im Industrie- und Energiegeschäft um vier Prozent auf 133,1 Millionen Euro (Vorjahr: 127,9 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde um 18 Prozent auf 8,2 Millionen Euro (VJ: 6,9 Millionen Euro) gesteigert, das Konzernergebnis verbesserte sich um 17 Prozent auf 4,6 Millionen Euro (VJ: 3,9 Millionen Euro).

PSI 2017
PSI konnte in den ersten neun Monaten 2017 unter anderem Umsatz und EBIT steigern. - Grafik: PSI

Das Segment Energiemanagement (Energienetze, Energiehandel) erzielte trotz des regulatorischen Schattenjahres in den ersten neun Monaten einen fünf Prozent höheren Umsatz von 50,8 Millionen Euro (VJ: 48,3 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis des Segments wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 4,2 Millionen Euro verbessert (VJ: 3,5 Millionen Euro).

Die Marktführung im Bereich Sektorkopplung (Verbindung der Stromwende mit der beginnenden Verkehrswende/Elektromobilität und Wärmewende) wurde mit einem weiteren Großauftrag fortgesetzt. Die in einem Großprojekt unter Beweis gestellte Mandantenfähigkeit führt zu neuen Geschäftspotentialen für große Netzbetreiber, die nun kleineren Netzbetreibern Netzführung als Dienstleistung (Grid-Management-as-a-Service) anbieten können. Es schließen sich aber auch Netzbetreiber auf Basis dieser neuen Technologie zu Kooperativen zusammen.

Der Bereich Elektrische Netze erhielt weitere wichtige Upgrade- und Erweiterungsaufträge und vereinbarte eine Partnerschaft für den nordamerikanischen Markt, in deren Rahmen bereits die ersten beiden Projekte implementiert werden. Der Bereich Gas und Öl gewann einen wichtigen europäischen Neukunden im Bereich Gastransport, der Bereich Energiehandel verbesserte sich im dritten Quartal bei Umsatz und Ergebnis. In acht öffentlich geförderten Forschungsprojekten wird unter anderem ein Algorithmus zur Marktreife gebracht, der bei weiterem Ausstieg aus Atomkraft und fossilen Kraftwerken dabei hilft, die dynamische Stabilität der deutschen Netze sicherzustellen.

PSI steigert Vertriebserfolge

Im Segment Produktionsmanagement (Rohstoffe, Industrie, Logistik) wurde der Umsatz in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 67,2 Millionen Euro erhöht (VJ: 63,0 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis wurde um sechs Prozent auf 5,5 Millionen Euro gesteigert (VJ: 5,2 Millionen Euro). Das Segment profitiert laut PSI auch weiterhin vom sehr starken Wachstum in der Internet-Order-Logistik, dem Aufbau weiterer Elektrofahrzeug-Produktionswerke und der Auflösung des Investitionsstaus in der Stahlindustrie.

Wie erwartet erhielt der Bereich Metals im dritten Quartal große Aufträge chinesischer Stammkunden. Durch die erfolgreiche Umstellung aller Produkte des Segments auf die neue Konzern-Java-Oberfläche verzeichnet PSI zunehmende Vertriebserfolge, wobei die einzelnen Softwareprodukte immer häufiger zu übergreifenden Prozessketten integriert werden. Dies gilt auch für die Transportation- und Warehousing-Software auf der Java-Konzernplattform, für die sich einer der größten deutschen Logistikkonzerne entschied und eine Reihe großer Projekte mit einem ersten Abruf begann.

Kunden aus der Solarbranche

Im Infrastrukturmanagement (Verkehr und Sicherheit) verringerte sich der Umsatz um 9 Prozent auf 15,0 Millionen Euro (VJ: 16,5 Millionen Euro), das Betriebsergebnis verbesserte sich auf –0,5 Millionen Euro (VJ: –0,9 Millionen Euro). Das Ergebnis des Segments wurde im dritten Quartal im Rahmen der Eintreibung von Schlusszahlungen aus großen Markteintrittsprojekten durch außergerichtliche Vergleiche mit knapp einer Million Euro belastet. Auch die Kosten für die Auflösung des Standorts Chennai im Zuge der Kapazitätsanpassung der Substationproduktion belasteten das Quartal.

Im Gegenzug schritt die Ausbildung von Informatikern am Standort Malaysia mit der Vollendung zweier Smart-City-Projekte und mehrerer IEC 61850-Substation-SCADA-Projekte voran. Das dabei etablierte Two-Shifts-per-Day Entwicklungs- und Testverfahren auf Basis der Konzern-Technikplattform wird nun auf weitere Aufgaben erweitert. Nachdem die Solarenergie zunehmend marktfähig wird, erschließen sich für PSI auch weitere Länder als Kunden, die Solarenergie primär aus wirtschaftlichen Gründen und weniger aus Gründen des Klimaschutzes massiv ausbauen.

  • Industrie Informatik

    Der in cronetwork MES integrierte OPC-UA Server ist der neue Standard in der Maschinenkommunikation und ein großer Schritt in Richtung Industrie 4.0. - Bild: Industrie Informatik

  • Franz Eduard Gruber

    Franz Eduard Gruber, Gründer und Geschäftsführer von Forcam: „Forcam setzt vor allem auf Einstiegspakete und vorkonfigurierte Lösungspakete, die sowohl Zeit als auch Kosten bei der Implementierung einsparen.“ - Bild: Forcam

  • Forcam

    Die Kernfunktionen der Fertigungslösung Force von Forcam umfassen die Erfassung von Maschinendaten, die Betriebsdatenerfassung, die ERP-Anbindung sowie die nahtlose SAP-Integration mit eigenem SAP-Adapter. - Bild: Forcam

  • Andreas Kirsch

    Andreas Kirsch, Entwicklungsvorstand von Guardus Solutions: „Durch Guardus MES als übergeordneter Recording-Instanz und die Anbindung aller darunter liegenden Produktionseinheiten weiß die Connected World alles über ihre Produkte. Industrie 4.0 ist in ersten Leuchtturmprojekten schon länger bei unseren Kunden angekommen. Wir stellen uns der Herausforderung effizienter Realisierungskonzepte und geben Guardus-Anwendern moderne Infrastruktur-Lösungen an die Hand – seien es zentrale, dezentrale oder hybride Szenarien.“ – Bild: Archiv

  • Manufacturing Integration Platform

    Mit der in alle Richtungen offenen Manufacturing Integration Platform (MIP) will MPDV sowohl Fertigungsunternehmen als auch Software-Partnern die Möglichkeit geben, eigene Apps und Add-Ons für das Produktionsumfeld zu entwickeln und nahtlos zu integrieren. - Bild: MPDV

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns am 30.09.2017 erhöhte sich auf 1.650 (VJ: 1.632). Wie schon im ersten Halbjahr steht der Wachstumsinitiative in Europa die im Vorjahr durchgeführte Kapazitätsanpassung im Hardwaregeschäft in Südostasien entgegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war vor allem durch Veränderungen des Working Capital geprägt und verringerte sich auf 0,6 Millionen Euro (VJ: 4,2 Millionen Euro). Mit 39,8 Millionen Euro lagen die liquiden Mittel trotz der höheren Dividendenzahlung 11 % über dem Vorjahresniveau (VJ: 35,9 Millionen Euro).

Das WORA-Prinzip

Technologisch wird die Konzerntechnik-Plattform in den nächsten zwei Quartalen zu progressiven Webanwendungen erweitert, die ein Weiterarbeiten auch bei schwachen oder zeitweise unterbrochenen Mobilfunkverbindungen mit Angular 4 unterstützen. Ein erster großer Industriekunde in Mexiko wurde bereits erfolgreich ausgerüstet. Diese Technologie ist nicht nur für Mobilanwendungen, sondern auch innerhalb von Unternehmen als sogenannte Thin-Client-Webtechnik vorteilhaft, weil die IT-Abteilungen dank Private-Clouds den Pflegeaufwand für die betreuten Arbeitsplätze deutlich reduzieren können.

PSI realisiert dies nach dem WORA Prinzip (Write-Once-Run-Anywhere), so dass auch die einzigartige PSI-Click-Design-Oberflächengestaltung für Webanwendungen genutzt werden kann. Im vierten Quartal richtet PSI das Hosting einer ersten Software-as-a-Service für einen ersten großen Hochverfügbarkeits-Cloud-Kunden ein.

Generell setzt sich die Nachfragebelebung in allen Geschäftsfeldern fort. Im Bereich Energie steigt durch die dezentrale Energieerzeugung und Elektromobilität der Bedarf für mehr Flexibilität und intelligente, dezentrale Steuerung in den Verteilnetzen. Zudem beginnen die großen deutschen Versorger nach Unternehmensaufspaltungen und Reorganisationen mit der Erschließung neuer digitaler Geschäftsmodelle und Wachstumsfelder.

EBIT-Zielkorridor im Fokus

Trotz der Belastungen aus dem Abbau der Marktrisiken in Asien ist das Management weiterhin zuversichtlich, den EBIT-Zielkorridors von 12 bis 15 Millionen Euro mittig oder darüber zu treffen. Große Aufmerksamkeit liegt nach den großen Technikinvestitionen nun darauf, das Wachstum wieder stärker voranzutreiben. Sollte die neue Bundesregierung die Verkehrswende und den Kohleausstieg beschleunigen, wird sich der Stress in den Stromnetzen weiter erhöhen, was langfristig die Geschäftserwartungen der PSI verbessert.

Der PSI Konzern entwickelt und integriert auf der Basis eigener Softwareprodukte komplette Lösungen für Energiemanagement (Energienetze, Energiehandel), Produktionsmanagement (Rohstoffgewinnung, Metallerzeugung, Automotive, Maschinenbau, Logistik) und Infrastrukturmanagement für Verkehr und Sicherheit. PSI wurde 1969 gegründet und beschäftigt weltweit 1.650 Mitarbeiter.

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