NXP Semiconductors

NXP Semiconductors: Das niederländische Unternehmen hat offenbar das Interesse von Qualcomm geweckt. - Bild: NXP Semiconductors

Informierten Personen zufolge verhandelt Qualcomm mit dem niederländischen Halbleiterhersteller NXP Semiconductors über einen Kauf. Ein Deal, der in zwei bis drei Monaten erzielt werden könnte, könnte NXP mit mehr als 30 Milliarden US-Dollar bewerten.

An der Nasdaq reagiert die NXP-Aktie mit einem Kurssprung von rund 16 Prozent auf die Informationen.

Die Informanten gaben allerdings zu bedenken, dass womöglich auch kein Deal zustande komme. Einige Personen sagten, dass die Qualcomm Inc auch andere Transaktionen ins Auge fasse.

NXP, die auch an der Nasdaq notiert ist, kam auf eine Marktbewertung von rund 28 Milliarden Dollar, bevor die Informationen über die Verhandlungen bekannt wurden. Mit einer entsprechenden Prämie bei einer Übernahme könnten die Niederländer dann mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet werden. Sollte ein Deal zustande kommen, wäre das einer der größten in einem ohnehin schon sehr aktiven M&A-Jahr.

Die in San Diego ansässige Qualcomm wird an der Börse mit rund 93 Milliarden Dollar bewertet.

Qualcomm steht unter Druck seine Abhängigkeit von Smartphones zu reduzieren. Ein Großteil der Umsätze stammt derzeit aus modernen Chips für mobile Geräte sowie aus Lizenzgebühren für Smartphones, die Qualcomm-Technologie einsetzen. Das war zwar bisher lukrativ, das Geschäft wächst jedoch nicht mehr so stark wie einst. Anfang des Montags korrigierte die Analysefirma IDC ihre globale Wachstumsprognose für den Smartphone-Markt auf 1,6 Prozent in diesem Jahr, nachdem sie drei Monate zuvor noch mit einem Wachstum von 3,1 Prozent gerechnet hatte.

Mega-Übernahme machbar

NXP würde für mehr Diversifizierung sorgen. Über 30 Prozent der Umsätze aus den vergangenen zwölf Monaten stammen aus Chips, die NXP für den Automobilmarkt entwickelt hat. Die Sparte ist für Qualcomm und seine Wettbewerber von besonderem Interesse. NXP-Chips finden außerdem in Banking- und Zahlungslösungen Anwendung. Das Unternehmen macht nur 15 Prozent seiner Umsätze mit Chips für mobile Geräte, schätzt Stacy Rasgon von Bernstein.

Eine solche Transaktion wäre dennoch riskant - vor allem für ein Unternehmen wie Qualcomm, das solchen Mega-Übernahmen in der Vergangenheit aus dem Weg gegangen ist. Die Übernahme wäre jedoch auch nicht untragbar. NXP notierte vor Bekanntwerden der Pläne beim Zwölffachen der erwarteten Gewinne und war damit 22 Prozent billiger als der PHLX Semiconductor Index. NXP ist zudem besonders attraktiv, weil es seinen Sitz im Ausland hat. Qualcomm sitzt auf fast 29 Milliarden Dollar an ausländischen Barreserven, die das Unternehmen genauso gut in einen Zukauf investieren kann.