Bei R.Stahl belastet die rückläufige Umsatzentwicklung das Ergebnis.

Bei R.Stahl belastet die rückläufige Umsatzentwicklung das Ergebnis. - Bild: R.Stahl

R. Stahl hat die testierten Ergebnisse des Geschäftsjahres 2017 veröffentlicht. Im Vergleich zu den am 2. März 2018 veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen gibt es beim Umsatz keine Veränderungen, beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereinflüssen eine Veränderung auf -6,7 Millionen Euro.

Umsatzentwicklung rückläufig

Gegenüber dem Vorjahr ging der Umsatz um 6,3 Prozent auf 268,5 Millionen Euro (2016: 286,6 Millionen Euro) zurück. Dabei war die regionale Entwicklung uneinheitlich: In Deutschland und Asien wurden Umsätze etwa auf Vorjahresniveau erzielt, in der Zentralregion und Amerika gaben sie hingegen deutlich nach. Neben rückläufigen Mengen und Preisdruck trugen hierzu auch nachteilige Wechselkursveränderungen bei. In allen Quartalen lag das Umsatzniveau im Berichtsjahr unter den entsprechenden Vorjahreswerten.

In Deutschland belief sich der Umsatz auf 60,9 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr ein moderater Rückgang um 0,7 Prozent (2016: 61,3 Millionen Euro). In der Zentralregion ging der Umsatz um 8,5 Prozent auf 120,7 Millionen Euro zurück (2016: 131,9 Millionen Euro), insbesondere aufgrund des sehr starken Vorjahres.

In der Region Amerika musste - wie bereits schon 2016 - der prozentual stärkste regionale Umsatzrückgang um 19,1 Prozent auf 29,0 Millionen Euro (2016: 35,8 Millionen Euro) hingenommen werden. Hier machten sich erneut die schwachen Auftragseingänge der Vorperiode bemerkbar - vor allem im Projektgeschäft und bei den Service-Unternehmen im Bereich der Ölförderung.

Zusätzlich trugen Verzögerungen bei technischen Auftragsklärungen zu dieser Entwicklung bei. Als einzige Region konnte Asien im Berichtsjahr ein leichtes Wachstum erzielen. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Umsatz um 0,6 Prozent auf 57,9 Millionen Euro gesteigert (2016: 57,6 Millionen Euro).

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Niedrigerer Umsatz belastet Ertragslage erheblich

Die schwache Umsatzentwicklung 2017 schlug sich signifikant im Ergebnis nieder: Mit -10,7 Millionen Euro lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 20 Millionen Euro unter dem des Vorjahres (2016: 8,8 Millionen Euro). Neben dem Umsatzrückgang trugen hierzu im Berichtsjahr auch Sondereinflüsse in Höhe von -4,0 Millionen Euro bei, während in der Vorperiode positive Sondereinflüsse in Höhe von 1,4 Millionen Euro enthalten waren.

Beim Ebit vor Sondereinflüssen wurden demnach -6.7 Millionen Euro erzielt (2016: 7,4 Millionen Euro), das Ebitda vor Sondereinflüssen belief sich auf 5,8 Millionen Euro (2016: 20,7 Millionen Euro). In dem unerwartet schwachen Jahresergebnis von -21,2 Millionen Euro (2016: 4,2 Millionen Euro) sind Anpassungen bei der Werthaltigkeit von latenten Steuern auf Verlustvorträge enthalten, die zu einer zusätzlichen Belastung von rund 11 Millionen Euro geführt haben. Für 2017 ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von -3,28 Euro (2016: 0,64 Euro).

Starker Free Cashflow

Im Gegensatz zur Ertragsentwicklung konnte der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit durch ein gegenüber dem Vorjahr deutlich um 24,2 Millionen Euro auf 18,9 Millionen Euro verbessertes Working Capital um 81,4 Prozent auf 19,7 Millionen Euro gesteigert werden (2016: 10,9 Millionen Euro). Hierzu trugen sowohl der Abbau von Forderungen und gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als auch niedrigere Vorräte als Folge geringerer Umsätze bei.

Die Investitionen in Sachanlagen wurden im Berichtszeitraum um 16,6 Prozent auf -10,4 Millionen Euro verringert (2016: -12,5 Millionen Euro). Insgesamt ergab sich mit 8,2 Millionen Euro ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserter Free Cashflow (2016: -0,3 Millionen Euro).

Effizienzprogramm "R Stahl 2020" initiiert

Der starke Einbruch der Nachfrage aus dem Öl- und Gassektor in den letzten Jahren hat gezeigt, dass R Stahl Kosten- und Konzernstrukturen anpassen muss, um auch unter schwierigen Marktbedingungen profitabel arbeiten zu können.

Mit höchster Priorität wird daher das Ziel verfolgt, die zu hohe Komplexität in den Bereichen der Konzernorganisation, des Produktportfolios sowie der Prozesse und Systeme abzubauen und so die Effizienz von Abläufen und Prozessen zu steigern. Erreicht werden soll dies mit "R Stahl 2020", einem Effizienzprogramm zur weltweiten Neuausrichtung des Konzerns, das sich seit Anfang 2018 in der Umsetzung befindet.

Im Fokus stehen dabei drei Maßnahmenfelder:

  • Schaffung einer globalen Konzernorganisation mit konzernweit einheitlichen Prozessen
  • Optimierung des R. Stahl-Produktportfolios
  • Harmonisierung der globalen IT-Systeme

Mit diesen Maßnahmen wird R. Stahl die notwendigen Voraussetzungen und Handlungsspielräume schaffen, um die sich marktseitig ergebenden Chancen für nachhaltiges und profitables Wachstum künftig deutlich besser nutzen zu können. Bis Ende 2019 soll das Effizienzprogramm weitestgehend abgeschlossen sein.

  • Im Jahr 2018 war die Blockchain-Technologie für sechs Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen die wichtigste Technik (2017: Zwei Prozent). Das macht Platz 8.

    Im Jahr 2018 war die Blockchain-Technologie für sechs Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen die wichtigste Technik (2017: Zwei Prozent). Das macht Platz 8. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Elf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass bei Ihnen 2018 das Thema Künstliche Intelligenz , also KI, am höchsten im Kurs steht - das macht Platz 7. 2017 waren es noch neun Prozent. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

    Elf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass bei Ihnen 2018 das Thema Künstliche Intelligenz , also KI, am höchsten im Kurs steht - das macht Platz 7. 2017 waren es noch neun Prozent. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Auf Platz 6 der wichtigsten Technologien landen - oder besser fliegen - Drohnen. 2018 waren sie für 20 Prozent der befragten Unternehmen die wichtigste Technologie (2017: 15 Prozent).

    Auf Platz 6 der wichtigsten Technologien landen - oder besser fliegen - Drohnen. 2018 waren sie für 20 Prozent der befragten Unternehmen die wichtigste Technologie (2017: 15 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Auf Platz 5 landen Virtual und Augmented Reality: 25 Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen haben das Thema im Jahr 2018 ganz oben auf ihrer Liste (2017: 22 Prozent).

    Auf Platz 5 landen Virtual und Augmented Reality: 25 Prozent der vom Bitkom befragten Unternehmen haben das Thema im Jahr 2018 ganz oben auf ihrer Liste (2017: 22 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Für 36 Prozent der befragten Unternehmen ist die Robotik 2018 klar die wichtigste Technik (2017: 30 Prozent). Das macht Platz 4

    Für 36 Prozent der befragten Unternehmen ist die Robotik 2018 klar die wichtigste Technik (2017: 30 Prozent). Das macht Platz 4. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Auf Platz 3 landet der 3D-Druck. Für 38 Prozent der Unternehmen, die der Bitkom befragt hat, ist er 2018 die wichtigste Technik (2017: 33 Prozent).

    Auf Platz 3 landet der 3D-Druck. Für 38 Prozent der Unternehmen, die der Bitkom befragt hat, ist er 2018 die wichtigste Technik (2017: 33 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Im Jahr 2018 steht das Thema Internet of Things (Internet der Dinge, IoT) bei 39 Prozent der Unternehmen ganz oben auf der Liste der wichtigsten Technologiethemen (2017: 37 Prozent). Das macht Platz 2.

    Im Jahr 2018 steht das Thema Internet of Things (Internet der Dinge, IoT) bei 39 Prozent der Unternehmen ganz oben auf der Liste der wichtigsten Technologiethemen (2017: 37 Prozent). Das macht Platz 2. - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

  • Ganz klar auf Platz 1: Big Data. Für 57 Prozent der befragten Unternehmen ist das ohne Frage das wichtigste Technologiethema des Jahres 2018 (2017: 51 Prozent).

    Ganz klar auf Platz 1: Big Data. Für 57 Prozent der befragten Unternehmen ist das ohne Frage das wichtigste Technologiethema des Jahres 2018 (2017: 51 Prozent). - Quelle: Bitkom, Bild: Pixabay

Für 2018 deutliche Erholung der Ertragslage erwartet R. Stahl ist mit einem soliden Auftragsbestand von 92,3 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017 in das Jahr 2018 gestartet (31. Dezember 2016: 80,7 Millionen Euro). Die guten konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft sowie in den Hauptabsatzmärkten und -branchen stimmen zuversichtlich, dass 2018 auch die Nachfrage nach Explosionsschutzprodukten zunehmen wird.

Hinsichtlich der für das Geschäft von R. Stahl mittelbar oder unmittelbar wesentlichen externen Einflussfaktoren, insbesondere dem Preis für Rohöl und Wechselkursen, erwartet der Vorstand keine Entwicklungen, die signifikanten Einfluss auf die Ertragslage haben. Für 2018 geht der Vorstand von einer Steigerung des Ebitda vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahr im mittleren bis hohen zweistelligen Prozentbereich aus.

R. Stahl