Der Stromkonzern E.on hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als drei Milliarden Euro Verlust

Der Stromkonzern E.on hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als drei Milliarden Euro Verlust gemacht. Das liegt am geplanten Radikalumbau des Unternehmens. - Bild: kru

Der Energiekonzern E.ON hat im vergangenen Jahr den größten Verlust seiner Geschichte eingefahren. Grund dafür waren vor allem hohe Abschreibungen auf Kraftwerke.

Der Versorger will dennoch wie bereits angekündigt für 2014 eine Dividende von 50 Cent je Aktie ausschütten. Für das laufende Jahr zeigt sich E.ON vorsichtig.

Unter dem Strich schrieb E.ON im vergangenen Jahr ein Minus von 3,16 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von rund 2 Milliarden Euro erwirtschaftet. In den Zahlen des Jahres 2014 schlugen sich Wertkorrekturen vor allem im Kraftwerksgeschäft in Großbritannien, Schweden und Italien nieder.

Wertkorrekturen im Kraftwerksgeschäft schlagen voll durch

Auf das nachhaltige Nettoergebnis haben diese Sondereffekte keinen Einfluss. Dennoch sank die Kennzahl um knapp ein Viertel auf 1,61 Milliarden Euro. Damit blieb E.ON im Rahmen seiner eigenen Prognose: Der Konzern hatte einen Gewinnrückgang auf 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro angekündigt.

“Erhebliche Ausschläge bei einzelnen Wechselkursen, sinkende Ölpreise und das anhaltende Zinstief in Europa belasten Teile unseres Ergebnisses und niemand kann sicher sagen, wie lange diese Entwicklungen anhalten”, schrieb Konzernchef Johannes Teyssen den Aktionären im Geschäftsbericht. Zudem leidet E.ON wie andere Versorger unter der Konkurrenz durch die erneuerbaren Energien.

Die Schwierigkeiten machten sich auch im operativen Geschäft bemerkbar. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) schrumpfte um 9 Prozent auf 8,34 Milliarden Euro. E.ON hatte einen Wert von 8 bis 8,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Mit der Prognose für das laufende Jahr ist E.ON verhalten: Der Konzern rechnet mit einem bereinigten EBITDA von 7 bis 7,6 Milliarden Euro und einem nachhaltigen Nettoergebnis von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro.

Angesichts der Verwerfungen auf dem Strommarkt hatte E.ON im November einen radikalen Schritt angekündigt: Der Konzern plant, sein konventionelles Erzeugungsgeschäft bis 2016 in eine neue Gesellschaft auszulagern. Details zu den neuen Gesellschaften will E.ON im zweiten Quartal bekanntgeben, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Wegen der durch die Aufspaltung zu erwartenden Unsicherheiten will E.ON für die Jahre 2014 und 2015 eine feste Dividende von 50 Cent je Aktie ausschütten.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke