Der Großküchenhersteller Rational wird sein Ergebnisplus von 12% zum Jahresauftakt nach eigener Einschätzung im zweiten Quartal nicht wiederholen können.
Von Matthias Karpstein, Dow Jones

MÜNCHEN (ks)–”Wir wollen unsere Ertragskraft im Jahr 2010 etwa halten, die Ergebnissteigerung im zweiten Quartal wird daher auch geringer als im ersten Quartal ausfallen”, erläuterte Vorstandsvorsitzender Günter Blaschke am Mittwoch im Interview mit Dow Jones Newswires.

Im Auftaktquartal 2010 konnte der Hersteller selbstkochender Herde noch davon profitieren, dass das Sparprogramm im Startquartal des Vorjahres noch nicht gegriffen hatte. Dadurch war die Kostenbasis zum Jahresstart 2010 dank Sparprogramm niedriger als 2009. Dieser Effekt werde sich nun in den kommenden Quartalen verlieren, weil dann auch die Vergleichsquartale schon von sinkenden Kosten geprägt waren.

Für den weiteren Geschäftsverlauf bleibt Blaschke verhalten optimistisch. Er will den Umsatz weiterhin leicht steigern, “im einstelligen Prozentbereich”, wie er im Interview sagte. Bereits im ersten Quartal 2010 hätte Rational ihmzufolge beim Umsatz rund 5% hinzugewonnen, wenn man einen besonders großen Auftrag der asiatischen Fast-Food-Industrie aus dem Vorjahresquartal herausrechnen und über das gesamte Jahr verteilen würde.

Den angekündigten Ausbau des Vertriebs hat Blaschke mittlerweile in Angriff genommen, 32 zusätzliche Mitarbeiter wurden im Startquartal eingestellt, der Großteil davon im Vertrieb in Asien. Auch hier will Blaschke das Wachstumstempo im Jahresverlauf verlangsamen. “Unser absoluter Personalzuwachs wird sich im Gesamtjahr eher im zweistelligen Bereich bewegen”, sagte er.

Rational sorgt finanziell weiter für schlechte Zeiten vor. “Im Finanzsektor gibt es weiterhin Unsicherheiten und Drohpotenziale”, sagte Blaschke. Der Landsberger MDAX-Konzern hat daher im ersten Quartal seine Eigenkapitalquote weiter erhöht, sie liegt jetzt bei 75% nach 71% im Vorjahresquartal. Auch die liquiden Mittel wurden ausgebaut, auf 135,7 Mio Euro von 131,6 Mio Euro zum Jahresende 2009. “Wir generieren weiter Cash”, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Wenn das wirtschaftliche Umfeld wieder berechenbarer wird, werde das Unternehmen wieder mehr an die Anteilseigner ausschütten. “Dann gibt es keinen Grund, mehr Geld als für die Finanzierung des organischen Wachstums erforderlich, im Unternehmen zu haben”. Ob es dann schlicht zu einer höheren Dividende als den für 2009 festgelegten 3,50 Euro kommen wird oder ob Rational eine Sonderdividende ausschüttet, sei noch nicht abzusehen.