Google, Auto, Waymo

Die Google-Tochter Waymo beschuldigt Levandowski, tausende vertrauliche Dokumente heruntergeladen zu haben und sie nach der Otto-Akquisition Uber übergeben zu haben. - Bild: Waymo

Wie aus neu veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervorgeht, beschuldigt Google seinen ehemaligen Manager Anthony Levandowski, schon in den drei Jahren vor seinem Abgang im Geheimen den Aufbau eines Kokurrenzunternehmens geplant zu haben, welches er dann später an Uber Technologies verkaufte.

Brisant dabei: Levandowski verdiente bei Google 120 Millionen US-Dollar für seine "Beiträge zur Entwicklung" des Selbstfahr-Programms, das mittlerweile unter dem Namen Waymo firmiert.

Waymo hatte Uber im Februar verklagt. Uber wird der Diebstahl von Technologiegeheimnissen mit dem Ziel vorgeworfen, ein eigenes Selbstfahr-Programm auf die Beine zu stellen. Uber wehrt sich dagegen und argumentiert, dass für viele der Vorwürfe Levandowski persönlich und nicht das Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Weder Levandowski noch seine Anwälte reagierten auf eine Bitte um Stellungnahme.

Google führt bereits seit Oktober zwei Verfahren gegen Levandowski, in denen es um dessen Konkurrenzunternehmen geht. Uber legte diese Verfahren nun als Teil seiner Strategie offen, dem ehemaligen Google-Manager die Vorwürfe anzulasten.

Levandowski war früh dabei

Levandowski kam im April 2007 zu Google. Zwei Jahre später begann das Unternehmen mit der Entwicklung des selbstfahrenden Autos. Der Manager war ein frühes Mitglied dieses Teams.

Um den August 2012 gründete er laut Gerichtsdokumenten eine Firma namens Odin Wave LLC. Im folgenden Sommer bekam Google von einem Zulieferer die Information, dass Odin Wave ein ähnliches maßangefertigtes Bauteil für die Laser-Sensor-Technologie bestellt hatte, die Google für seine eigenen fahrerlosen Autos entwickelt hatte.

Im Februar 2014 schloss sich Odin Wave mit einer anderen Firma namens Tyto Lidar LLC zusammen, die laut Dokumenten von einem Freund Levandowskis geführt wurde. Anfang 2015 entdeckte Google Ähnlichkeiten zwischen Tytos Laser-Technologie und der eigenen, also erwog der Konzern, Tytos Technologie zu nutzen oder das Unternehmen zu kaufen. Levandowski unterstützte das Vorhaben und stattete Tyto im Auftrag von Google sogar einen Besuch ab, hat den Vorwürfen zufolge aber nie seine Verbindung mit Tyto offengelegt.

Ab 2015 soll der Manager gemeinsam mit einem Kollegen den Aufbau eines Konkurrenzunternehmens betrieben haben. Später in dem Jahr gründeten die beiden Manager, die zu dem Zeitpunkt noch bei Google beschäftigt waren, eine Firma namens 280 Systems und sollen wiederholt versucht haben, Kollegen abzuwerben. Im Januar 2016 verließen die beiden Google. Sodann benannten sie ihr Unternehmen in "Otto" um und verschmolzen es mit Tyto. Uber kaufte Otto im August 2016 für 680 Millionen US-Dollar in Aktien.

Die Google-Tochter Waymo beschuldigt Levandowski, tausende vertrauliche Dokumente heruntergeladen zu haben und sie nach der Otto-Akquisition Uber übergeben zu haben.

Levandowski muss jedoch wohl für sich allein kämpfen. Uber sagt, dass viele der Vorwürfe sich gegen den Manager persönlich richten und Teil des im Oktober begonnen Verfahrens sein sollten.