Die BMW-Zentrale in München: Das Unternehmen hat bei Absatz, Umsatz und Ergebnis das beste Halbjahr

Die BMW-Zentrale in München: Das Unternehmen hat bei Absatz, Umsatz und Ergebnis das beste Halbjahr seiner Geschichte hinter sich gebracht (Bild: BMW).

FRANKFURT (Dow Jones/buc).  Die erst vor wenigen Wochen aufgestockte Prognose bekräftigte der DAX-Konzern am Dienstag, warnte mit Blick auf das zweite Halbjahr aber erneut vor überschwänglicher Euphorie. In den Monaten von April bis Juni steigerte der Branchenprimus die Erlöse um 16,5% auf knapp 17,9 Mrd Euro. Vor Zinsen und Steuern schaffte BMW einen Gewinn von 2,85 (1,72) Mrd Euro und unter dem Strich von gut 1,8 Mrd Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Damit schnitt das Unternehmen ergebnisseitig ein gutes Stück besser ab als erwartet. Entsprechend positiv wurden die Zahlen am Aktienmarkt eingestuft, die Aktie legt im vorbörslichen Handel zu. Im Automobilgeschäft erwirtschaftete der DAX-Konzern eine Rendite von 14,4% und war damit im zweiten Quartal der profitabelste der drei großen deutschen Premiumautobauer. Audi hatte eine Marge von knapp 13% geschafft, Mercedes-Benz eine von 10,7%. Vor allem dank der Kauflust der Chinesen, die vornehmlich nach großen und luxuriös ausgestatteten Premiumautos gieren, schwimmen die Luxushersteller seit Monaten auf der Erfolgswelle und sind profitabel wie nie zuvor.

“Das erste Halbjahr war das bislang beste in der Unternehmensgeschichte”, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. “Wir haben sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr neue Spitzenwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erzielt”. Zum Erfolg beigetragen haben nach seiner Aussage die weltweit hohe Nachfrage sowie deutliche Effizienzverbesserungen in allen Bereichen des Unternehmens. Die Mitte des Monats angehobene Prognose bekräftigte BMW: Die Bayern erwarten weiter einen neuen Verkaufsrekord von mehr als 1,6 Mio Autos und wollen im Automobilgeschäft eine operative Marge von mehr als 10% erwirtschaften.

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Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoCE) soll über der Marke von 26% liegen. Zuvor hatte BMW mehr als 1,5 Mio Verkäufe angepeilt und eine operative Marge von über 8%. “Wir sind auf einem guten Weg, auch 2011 der weltweit führende Premiumhersteller zu bleiben”, erklärte Reithofer. Auch wenn BMW für die zweite Jahreshälfte mit einem günstigen konjunkturellen Umfeld rechnet, nehmen die Risiken für die Wirtschaftsentwicklung nach Unternehmensangaben aber zu.

Weil zusätzlich Kosten im Zusammenhang mit wichtigen Volumenmodellen wie dem 1er und dem Produktionsanlauf von Nachfolgemodellen entstehen, rechnet BMW für den Rest des Jahres weiter mit einer gedämpften Absatz- und Ergebnisdynamik. In den ersten sechs Monaten des Jahres verkaufte BMW gut 833.000 Autos, ein Plus von knapp einem Fünftel und ein neuer Rekord. Besonders gut entwickelte sich der Stadtflitzer Mini, dessen Verkäufe um fast 30% zulegten.

Vor allem die große Nachfrage in Schwellenländern wie China sowie die weitere Erholung des US-Markts trieb die Verkäufe an. An den Zielen für 2012 hielt BMW am Dienstag fest: Im Automobilgeschäft soll nachhaltig eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von mehr als 26% und eine operative operative Marge von 8% bis 10% erwirtschaftet werden. “Die Bandbreite könnte in Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zukünftig jedoch auch über- oder unterschritten werden”, sagte Reithofer.