Klaus Probst: "Einerseits erzielte Leoni einen Umsatzrekord. Andererseits konnten wir wegen

Klaus Probst: "Einerseits erzielte Leoni einen Umsatzrekord. Andererseits konnten wir wegen außerplanmäßiger Sonderaufwendungen im operativen Geschäft unsere Rendite nicht im ursprünglich erwarteten Maße verbessern." - Bild: Leoni

Leoni will nach einem durchwachsenen Jahr eine Dividende von 1,20 Euro pro Aktie auszahlen. Für das aktuelle Geschäftsjahr gibt sich der Hersteller von Kabel- und Bordnetzsystemen jedoch weiterhin zurückhaltend.

Demnach soll der Umsatz “moderat” auf etwa 4,3 Milliarden Euro steigen, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll mehr als 200 Millionen erreichen. Zuvor hatte das Nürnberger Unternehmen lediglich angekündigt, im Jahr 2015 Umsatz und Ergebnis steigern zu wollen.

Bereits Mitte Februar hatte Leoni erste Kennzahlen veröffentlicht. Die Einnahmen stiegen 2014 wie prognostiziert auf 4,1 Milliarden Euro nach 3,9 Milliarden im Vorjahr. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben davon jedoch nur 182,5 Millionen Euro übrig. Unter dem Strich waren es noch 115,1 Millionen.

Investitionen in Rekordhöhe

Leoni hatte im Herbst die eigene Prognose kappen müssen. Denn im Gesamtjahr wurde das Ergebnis vor allem durch hohe Anlaufkosten für neue Aufträge im Geschäft mit Bordnetzen, also der Komplettverkabelung von Fahrzeugen, belastet. Für solche Aufträge braucht es viel Vorbereitung für die Umstellung von Maschinen, die Schulung von Mitarbeitern oder auch durch die Neueinstellung von Personal. Deshalb hatte der Konzern bereits im Oktober seine Gewinnprognose gesenkt. Das Unternehmen war seitdem nur noch von einem Ebit von mehr als 180 Millionen ausgegangen, anstatt zuvor von mehr als 200 Millionen. Dieses Ziel peilt Leoni nun, ein Jahr später, demnach noch einmal an.

Das Management zeigte sich auf der Bilanzpressekonferenz dementsprechend verhalten. Einerseits habe Leoni einen Umsatzrekord erzielt, sagte Leoni-Vorstandschef Klaus Probst. “Andererseits konnten wir wegen außerplanmäßiger Sonderaufwendungen im operativen Geschäft unsere Rendite nicht im ursprünglich erwarteten Maße verbessern”, sagte er.

Schon im Jahr 2013 verfehlte das Unternehmen das ursprünglich angepeilte Gewinnziel. So verdienten die Nürnberger damals nur rund 163 statt der angepeilten rund 170 Millionen Euro. Damals hatten unter anderem Restrukturierungsmaßnahmen das Ergebnis belastet. Vom Niveau aus dem Jahr 2012, als die Nürnberger einen operativen Gewinn von knapp 236 Millionen Euro erwirtschafteten, ist der MDAX-Konzern damit auch im vergangenen Jahr noch weit entfernt gewesen.

Die Mittelfrist-Prognose für das Jahr 2016 bestätigte der Konzern am Dienstag derweil trotzdem. So will der Automobilzulieferer im nächsten Jahr 5 Milliarden Euro umsetzen und dabei eine operative Marge (Ebit) von 7 Prozent erwirtschaften.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke