Alfred Goll

Alfred Goll ist Sprecher des Vorstands der Festo AG. - Bild: Festo

„2017 war für uns ein Rekordjahr mit einem sehr guten Ergebnis. Wir sind stolz auf diese Leistung unserer Mitarbeiter weltweit. Unterstützt von einer exzellenten Weltwirtschaftslage, sind wir damit nicht nur im Heimatmarkt Europa gewachsen, sondern haben insbesondere in unseren strategischen Wachstumsmärkten in Asien und Amerika kräftig zugelegt. Damit haben wir die optimalen Voraussetzungen für weiteres Wachstum in 2018 geschaffen“, sagt Alfred Goll, Sprecher des Vorstands. Nach wie vor erzielte das Unternehmen den Großteil des Umsatzes im Kernmarkt der Fabrikautomation.

Die Kernmärkte, wie Automotive und Nahrungsmittel, trugen ebenso zum Wachstum bei, wie neue Geschäftsfelder, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Insbesondere konnte das Unternehmen von dem schnell wachsenden Markt der Elektronikindustrie profitieren. „Dies zeigt, dass wir die richtigen strategischen Weichen für die Zukunft gestellt haben. Hier liegen für uns die größten Wachstumschancen“, erklärte Alfred Goll. Die Bereiche Electric Automation, Process Automation und LifeTech mit Medizintechnik und Laborautomatisierung entwickelten sich ebenfalls sehr dynamisch.

Mit 21 Prozent ist die Region Asien im Vergleich zum Vorjahr am stärksten gewachsen, gefolgt von Amerika mit 13 Prozent (USA 15 Prozent) und Europa mit 10 Prozent. Im Heimatmarkt Deutschland (+10 Prozent) verzeichnete das Unternehmen ebenfalls einen Umsatzrekord und konnte seine Marktführerschaft laut eigenen Angaben weiter ausbauen.

Mit einem Plus von 32 Prozent war China der weltweit wichtigste Wachstumsmarkt. Sowohl die Elektronikindustrie als auch der Bereich Automotive legten dort sehr stark zu. „Wir werden unsere Aktivitäten in den Wachstumsmärkten weiter ausbauen, um von diesen sehr guten Marktentwicklungen auch in Zukunft zu profitieren“, sagte Alfred Goll.

Mitarbeiterzahl ist gewachsen

Die Festo Didactic erweiterte ihr Qualifizierungsangebot für Industrie 4.0 auch 2017 und baute damit ihre Schlüsselstellung in diesem Segment weltweit weiter aus, wie es seitens Festos heißt.

Festo investierte im letzten Jahr stark in den Ausbau seiner globalen Produktions- und Logistikkapazitäten und in die Digitalisierung. Rund 8 Prozent des Umsatzes floss, wie in den Vorjahren, in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte, Applikationen und Services. 

Auch bei den Neueinstellungen lag der Fokus auf den Wachstumsthemen Digitalisierung und Aufbau von Zusatzkapazitäten in den Werken. Zum Jahresende 2017 waren weltweit 20.100 (Vorjahr 18.800) Mitarbeiter beschäftigt – davon 8.800 in Deutschland (Vorjahr 8.500) und 11.300 (Vorjahr 10.300) in den Festo Gesellschaften im Ausland.

"Digitalisierung ist Bestandteil der Unternehmensstrategie

Festo geht die Digitalisierung im Sinne seiner Strategie LEAD an und hat 2017 einen neuen Bereich Digital Business geschaffen. „Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenstrategie. Mit der Digitalisierung verfolgen wir vier Ziele: Wir wollen die Produktivität von uns und unseren Kunden steigern, Mehrwert-Services verkaufen, Wachstum sichern und unsere Innovationsführerschaft ausbauen“, hob Alfred Goll hervor.

Festo treibt die Digitalisierung voran durch sein aktuelles Produktportfolio, neue digitale Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle, die Digital Customer Journey, den Aufbau einer digitalen Infrastruktur in den eigenen Wertschöpfungsprozessen sowie durch neue Arbeitsumgebungen und Qualifizierung 4.0 für seine Mitarbeiter und Kunden.

„Digitalisierung, E-Mobilität, Robotik und künstliche Intelligenz sind Trends, die das Geschäft von uns und unseren Kunden maßgeblich bestimmen. Wir reden hier nicht nur über IoT-fähige Produkte, sondern über die gesamte Digital Customer Journey, von der ersten Kundenanfrage über das Engineering bis hin zu Inbetriebnahme und Wartung. Damit können wir die Produktionsprozesse unserer Kunden schlanker, schneller und produktiver machen“, betonte Dr. Ansgar Kriwet, Vorstand Sales.

Ein wichtiges Zukunftsthema in diesem Zusammenhang sind die Cloud-Services und IoT-Produkte. „Nicht nur die Produktionsanlagen werden immer stärker automatisiert, auch die Komponenten selbst werden durch einen steigenden Anteil an Softwarebestandteilen immer intelligenter und vernetzter – ganz im Sinne von ‚Connect and Collaborate‘, dem Leitthema der diesjährigen Hannover Messe. Für uns bedeutet dies, die Entwicklung von Software noch stärker in den Fokus zu rücken und flexible Produktfunktionalitäten mehr und mehr über Software abzubilden“, erläuterte Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management.

Große Investitionen geplant

Um seine Wachstumsziele umzusetzen, wird Festo weiter erheblich in seine Produktion, Logistik und Supply Chain Excellence mit Schwerpunkt in Asien und den Amerikas investieren. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Neuausrichtung auf eine durchgängige Prozessorganisation (End-to-End) sowie die vernetzte globale Produktion 4.0 mit intelligenten Fertigungsverfahren und -prozessen.

Im November 2017 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Werk in China, das Global Production Center (GPC) in Suncun. Darüber hinaus investiert das Unternehmen in den Bau eines neuen Logistikzentrums in China. Der Asia Hub in Schanghai wird bis 2020 einen Großteil des asiatischen Marktes versorgen. Dies dient in Summe dem Ziel, die Marktversorgung für Asien und insbesondere Greater China künftig durch eine komplette autonome Supply Chain Vorort zu gewährleisten.

Parallel hierzu wird am US-Standort in Mason Ohio signifikant investiert, um sowohl die Logistik als auch die lokale Fertigung für eine lokale Versorgung auszubauen.

Aber auch in Deutschland sind in diesem und den nächsten Jahren weitere Investitionen vorgesehen, um die Marktversorgung für Europa weiter zu stärken, beispielsweise wird das Customer Service Center (CSC) am saarländischen Standort Rohrbach erweitert.

Ausblick 2018: "Startpunkt für den nächsten Sprint"

Für 2018 will das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen. Neue digitale Produkte befeuern das Wachstum. Die Markteinführung der ersten digitalen Produkte, wie des Festo Motion Terminals und der Festo App World ist 2018 angelaufen. Die Didactic treibt die Qualifizierung 4.0 mit dem Projekt „Digital Education“ weiter voran.

Neue Produkte sind auch für die elektrische Automatisierung, Prozessautomatisierung, die Elektronikindustrie und im pneumatischen Kernprogramm, im Bereich Systems sowie speziell für den chinesischen und US-amerikanischen Markt in der Pipeline. Um den Entwicklungen in der Medizintechnik und Laborautomatisierung gerecht zu werden, ist im Januar 2018 das Technical Engineering Center (TEC) Boston im Herzen der Life Science Industrie gestartet. 

„Nach dem Rekordjahr 2017 und mit einem digitalen Produktfeuerwerk in 2018 ist dies für uns jetzt der optimale Startpunkt für den nächsten Sprint. Die Stimmungslage in der Weltwirtschaft ist weiter positiv. Daher erwarten wir auch in diesem Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum“, blickte Alfred Goll in die Zukunft.

So arbeitet das Festo Bionik-Team an der Zukunft der Robotik

Ein 0815-Job ist das nicht den Entwickler aus dem Festo Bionik-Team haben. Sie entwickeln die bionischen Roboter, die Ingenieure wie Laien auf Messen und in Videos immer wieder faszinieren. Unsere Multimedia-Story zeigt wie das Team arbeitet. Hier geht's zur Story.