Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte sich bei einer Krisensitzung bereits gegen das von der

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte sich bei einer Krisensitzung bereits gegen das von der Regierung angestrebte Doppelstimmrecht ausgesprochen. - Bild: Renault

Vor der Abstimmung über die von Paris angestrebte stärkere Einflussnahme auf Renault hat der französische Autobauer Renault noch einmal heftig ausgeteilt.

Nur wenige Minuten vor Beginn der Hauptversammlung am Donnerstagnachmittag in Paris warf der Renault-Verwaltungsrat der französischen Regierung in einer Erklärung vor, mit dem angestrebten Doppelstimmrecht das Gleichgewicht in seiner Allianz mit dem japanischen Autobauer Nissan zu stören. Die “überwältigende Mehrheit” des Gremiums unterstütze die Resolution, wonach Renault vom “Loi Florange” ausgenommen werden sollte. Doch der Schritt der Regierung, ihre Anteile vorübergehend aufzustocken, habe die Wahrscheinlichkeit auf die notwendige Zweidrittelmehrheit dafür “stark reduziert”.

Anfang April hatte Frankreich angekündigt, seinen Anteil um 4,73 Prozent auf knapp 20 Prozent zu erhöhen, um dann bei der Hauptversammlung gegen einen Antrag zu stimmen, der den staatlichen Einfluss beschneiden würde. Stattdessen will sich der französische Staat ein Doppelstimmrecht gemäß des Gesetzes Florange sichern. Nach der Hauptversammlung will Frankreich seinen Anteil wieder auf 15 Prozent senken.

Der Schritt der Regierung ist Insidern zufolge ein Ärgernis für Nissan, das 15 Prozent der Anteile an Renault, aber kein Stimmrecht besitzt. Renault indes hält 43,4 Prozent mit vollen Stimmrechten an dem japanischen Autobauer.

Das Loi Florange räumt jenen Investoren ein doppeltes Stimmrecht ein, die Aktien im eigenen Namen erwerben und diese mindestens zwei Jahre lang halten. Das Gesetz kann außer Kraft gesetzt werden, wenn die Aktionäre eines Unternehmens bei einer Hauptversammlung den Beschluss fassen, alle Anteilseigner nach dem Prinzip “eine Aktie, eine Stimme” mit dem gleichen Stimmrecht auszustatten.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke