Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn soll sich dafür einsetzen, dass die derzeitige Regelung "Eine

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn soll sich dafür einsetzen, dass die derzeitige Regelung "Eine Aktie, eine Stimme" beibehalten wird. - Bild: Renault

Der Aufsichtsrat des französischen Autobauers Renault hat sich auf einer Krisensitzung im Machtkampf mit Paris gegen das von der Regierung angestrebte Doppelstimmrecht ausgesprochen.

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn soll sich demnach bei der nächsten Hauptversammlung dafür einsetzen, dass die derzeitige Regelung “Eine Aktie, eine Stimme” beibehalten wird. Damit würde Renault auf Konfrontationskurs mit der französischen Regierung gehen.

Renault hatte das Krisentreffen anberaumt, nachdem der französische Staat seine Beteiligung an dem Unternehmen ausgebaut und angekündigt hatte, bei der Hauptversammlung sein dann größeres Gewicht in die Waagschale zu werfen und gegen einen Antrag zu stimmen, das einfache Stimmrecht beizubehalten.

Streit um doppeltes Stimmrecht für Investoren

Hintergrund des Streits ist das im Vorjahr verabschiedete Gesetz Loi Florange, das Investoren ein doppeltes Stimmrecht einräumt, die Aktien im eigenen Namen erwerben und diese mindestens zwei Jahre lang halten. Das Gesetz kann außer Kraft gesetzt werden, wenn die Aktionäre eines Unternehmens bei einer Hauptversammlung den Beschluss fassen, alle Anteilseigner nach dem Prinzip “one share, one vote” mit dem gleichen Stimmrecht auszustatten.

Der Schritt der französischen Regierung sei ein Ärgernis für den Renault-Partner Nissan, der 15 Prozent der Anteile an Renault besitzt und kein Stimmrecht hat, sagte ein Insider. Renault hält derweil einen Anteil von 43,4 Prozent mit vollen Stimmrechten an dem japanischen Autobauer.

Von Analysten und aus dem Umfeld von Renault war übereinstimmend zu hören, dass der Anteil von 20 Prozent für die Regierung angesichts der niedrigen Beteiligungsquote bei vergangenen Abstimmungen ausreichend sein dürfte, um den Antrag auf Beibehaltung des einfachen Stimmrechts bei der Hauptversammlung zu kippen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke