Drohende Einflußnahme der französischen Regierung: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn kündigt

Drohende Einflußnahme der französischen Regierung: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn kündigt Krisensitzung an. - Bild: Renault

Angesichts der von Paris angestrebten höheren Einflussnahme auf den französischen Autobauer Renault ist auch bei dessen japanischem Allianzpartner Nissan eine Krisensitzung auf höchster Ebene anberaumt worden.

Der Verwaltungsrat von Nissan werde sich noch diese Woche treffen, um über die Ankündigung Frankreichs zu beraten, seinen Aktienanteil auf 20 Prozent aufzustocken und so seinen Einfluss auf das Traditionsunternehmen zu bewahren. Das sagte Carlos Ghosn am Montag auf der Messe Auto Shanghai 2015. Eine weitere Stellungnahme lehnte der Doppelkonzernchef ab.

Anfang des Monats hatte Frankreich angekündigt, seinen Anteil um 4,73 Prozent auf knapp 20 Prozent zu erhöhen, um dann bei der Hauptversammlung am 30. April gegen einen Antrag zu stimmen, der seine Macht beschneiden würde. Stattdessen will sich der französische Staat ein Doppelstimmrecht sichern. Nach der Hauptversammlung will Frankreich seinen Anteil wieder auf 15 Prozent senken.

Der Schritt der französischen Regierung ist Insidern zufolge ein Ärgernis für Nissan, der 15 Prozent der Anteile an Renault besitzt und kein Stimmrecht hat. Renault indes hält einen Anteil von 43,4 Prozent mit vollen Stimmrechten an dem japanischen Autobauer Nissan.

Renault hatte sich bei einer Krisensitzung bereits gegen das von der Regierung angestrebte Doppelstimmrecht ausgesprochen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke