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Der Verwaltungsrat des französischen Autobauers Renault kommt noch diese Woche zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Allianz der Franzosen mit dem japanischen Partner Nissan zu beraten. - Bild: Nissan

Das berichtet ein Informant. Die langjährige Partnerschaft der beiden Autohersteller leidet unter einem Konflikt wegen des wachsenden Einflusses der französischen Regierung bei Renault. Seit 15 Jahren halten beide Unternehmen fein austariert Überkreuzbeteiligungen und tauschen sich auch technologisch untereinander aus. Seit die Regierung jedoch ihre Beteiligung an Renault auf 20 von 15 Prozent ausweitete und dabei zum größten Aktionär des französischen Konzerns wurde, wächst der Ärger darüber beim japanischen Partner.

Mit dem Erwerb der Aktien und einem Gesetz hatte die französische Regierung die eigenen Stimmrechte und die anderer langfristiger Investoren verdoppelt. Die nun einberufene Sondersitzung des Renault-Verwaltungsrats ist ein Zeichen dafür, dass der Streit intern eskaliert sein könnte.

Nissan-Manager Hiroto Saikawa hatte bereits Montag gesagt, die größere Beteiligung der Regierung sei ein Problem für die gute Unternehmensführung bei Renault. Nissan sei deshalb tief besorgt.

Die Regierung wies am Dienstag den Vorwurf zurück, die Allianz der beiden Autobauer zu "destabilisieren". Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte, die Regierung werde irgendwann zu ihrem Anteil von 15 Prozent zurückkehren. Der Minister ließ aber offen, wann dies passieren könnte.