Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones)–Die Einnahmen lagen nach Unternehmensangaben vom Dienstag nahe dem Wert aus dem Jahr 2007, dem besten seit der deutlichen Verschlankung des Geschäfts zu Beginn des Jahrtausends, der operative Gewinn sogar deutlich darüber.

2010 nahm Rheinmetall knapp 4 Mrd Euro ein und verdiente vor Zinsen und Steuern 297 Mio Euro. Das entspricht mit Blick auf die Erwartungen der Analysten einer Punktlandung. Das Unternehmen selbst hatte zuletzt Einnahmen von 3,9 Mrd Euro und einen Gewinn zwischen 270 Mio und 280 Mio Euro in Aussicht gestellt.

2007 – nachdem sich die Düsseldorfer von vier ihrer sechs Geschäftsbereiche getrennt hatten und sich seither auf die Wehrtechnik und die Belieferung der Automobilindustrie mit Komponenten wie Kolben und Pumpen konzentrieren – erwirtschaftete Rheinmetall bei Einnahmen von knapp über 4 Mrd Euro einen operativen Gewinn von rund 270 Mio Euro. Das waren die Bestwerte seit der umfassenden Neuausrichtung. Vor dem Schrumpfkurs lagen die Erlöse zeitweise noch bei mehr als 4,5 Mrd Euro, der Gewinn jedoch nie höher als im vergangenen Jahr.

2009 hatte Rheinmetall schwer unter der Krise in der Automobilindustrie gelitten. Der Umsatz schmolz um mehr als ein Zehntel auf etwa 3,4 Mrd Euro zusammen, dank der stabilen Entwicklung im Verteidigungssegment und des strikten Sparkurses rettete sich das Unternehmen zumindest operativ in die schwarzen Zahlen und verdiente vor Restrukturierungskosten gut 150 Mio Euro und nach Sonderposten 15 Mio Euro.

In diesem Jahr profitierte Rheinmetall dann vor allem von der überraschend starken Erholung in der Automobilindustrie. Die Einnahmen der Automotive-Tochter Kolbenschmidt Pierburg legten um fast ein Drittel auf 1,98 Mrd Euro zu, der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 81 Mio Euro, nachdem im Vorjahr tiefrote Zahlen angefallen waren. Die Automobilindustrie erlebte vor allem dank des Nachfragebooms in Schwellenländern ein sehr erfolgreiches Jahr 2010. Rheinmetall gilt als gut positioniert, da das Unternehmen Komponenten herstellt, die der Verbrauchs- und somit Emissionsreduzierung dienen.

Die Wehrtechniksparte, die den MDAX-Konzern 2009 vor Schlimmerem bewahrt hatte, entwickelte sich im vergangenen Jahr weitgehend stabil: Der Umsatz legte um 6% auf gut 2 Mrd Euro zu. Operativ stand ein Gewinn von 234 Mio Euro zu Buche (+9%). Die Rendite stieg somit leicht auf 11,6%.

Am Aktienmarkt wurden die Zahlen als durchwachsen eingestuft. Während sich das Wehrtechnikgeschäft besser als erwartet entwickelt habe, sei die Marge in der Automobilzuliefer-Sparte eher eine Enttäuschung, sagte ein Händler: “Mit 4% liegt das unter dem, was Wettbewerber erzielen”. Die Rheinmetall-Aktie notierte kurz nach Handelseröffnung denn auch nahezu unverändert bei 64,36 Euro.

Auf eine Prognose für das angelaufene Geschäftsjahr müssen die Anleger noch warten. Diese wird es erst auf der Bilanzpressekonferenz am 23. März in Düsseldorf geben.