NEW YORK (Dow Jones/rm). Die Kläger hatten Daimler vorgeworfen, wertvolle Vermögenswerte aus Chrysler herausgelöst zu haben, bevor der US-Automobilhersteller 2007 an die Beteiligungsgesellschaft Cerberus verkauft worden war.

Richter Arthur Gonzalez vom Insolvenzgericht in Manhattan wies die Klage am Dienstag ab. Es sei den Klägern nicht gelungen nachzuweisen, dass die bemängelten Transaktionen in betrügerischer Absicht vorgenommen worden seien.

Die Kläger hatten moniert, Daimler habe im Wege einer Restrukturierung für mehrere Milliarden US-Dollar Vermögenswerte an andere Daimler-Töchter übertragen. Auch hatte Daimler Finanzierungstöchter von Chrysler in eine neue Chrysler-Beteiligungsgesellschaft eingebracht. Dadurch sei die Finanzierungssparte dem ihrem Zugriff entzogen, machten sie geltend.

Im Mai 2007 hatte Daimler mit der Beteiligungsgesellschaft Cerberus eine Einigung zum Verkauf von 80% an Chrysler für 7,4 Mrd USD erzielt. Das Closing fand einige Monate später statt und hing davon ab, dass Daimler und Chrysler zunächst die Restrukturierungsschritte umsetzen.

Die Gläubiger hatten argumentiert, diese Restrukturierung sei unabhängig von der Cerberus-Transaktion gewesen. Diese Auffassung teilte Richter Gonzalez nicht. Vielmehr seien die Restrukturierung und die Bemühungen zum Verkauf von Chrysler parallel verfolgt worden.

Auch den Betrugsvorwurf wies der Richter zurück. Die Übertragung von Vermögenswerten sei offen abgewickelt worden. Investoren und Gläubiger hätten leichten Zugang zu diesen Informationen gehabt.

Die rechtliche Auseinandersetzung zwischen Chrysler-Gläubigern und Daimler dürfte damit nicht beendet sein. Denn der Richter räumte den Klägern die Möglichkeit ein, einen Teil ihrer erhobenen Vorwürfe neu zu belegen.

Chrysler war im April 2009 in die Insolvenz gegangen. Nach einer Restrukturierung ging aus der insolventen Chrysler LLC die “neue” Chrysler Group LLC hervor – mit den Vermögenswerten des Vorgängers, jedoch ohne die Schulden. An der “neuen” Chrysler sind die italienische Fiat SpA, die amerikanische und kanadische Regierung sowie die Gewerkschaft United Auto Workers beteiligt.