Eisenerzförderung in Australien. Foto: Rio Tinto.

Eisenerzförderung in Australien. Foto: Rio Tinto.

Minenkonzerne weltweit leiden unter dem Preiseinbruch für natürliche Ressourcen von Edelsteinen bis Kupfer und Kohle, die wegen eines reichlichen globalen Angebots und einem sich abschwächenden Wirtschaftswachstum unter Druck geraten sind. In einigen Sektoren haben Unternehmen die Produktion zurückgefahren, in der Hoffnung, dass sich die Märkte wieder ausbalancieren. Andere Minenkonzerne beeilen sich, die Kosten zu senken, um dem Abschwung abzufedern.

Am Freitag teilte Rio Tinto mit, die Endproduktverarbeitung im vierten Quartal im westaustralischen Argyle "angesichts der aktuellen Marktbedingungen auszusetzen". Argyle ist eine der größten Diamantenminen der Welt und liefert vor allem natürlich gefärbte pinke und rote Diamanten. Rio Tinto rechnet in diesem Jahr jetzt nur noch mit einer Diamantenförderung von 18 Millionen Karat. Zuvor lag die Schätzung bei 20 Millionen.

Auch die Salzproduktion hat der Konzern zurückgefahren, ein Rohstoff, der vor allem von der chemischen Industrie verwendet, aber auch an Nahrungsmittelhersteller verkauft wird. Auch hier ist Rio Tinto einer der weltgrößten Lieferanten des Marktes. Die Salzproduktion in den ersten neun Monaten 2015 sei aufgrund einer schwächeren Nachfrage niedriger gewesen als im gleichen Zeitraum 2014, teilte das Unternehmen mit, ohne dies näher auszuführen.

In kleinen Rohstoffmärkten können dominante Produzenten üblicherweise ihre Produktion schneller an die Nachfrage anpassen. Die gleiche Strategie wurde auch von Unternehmen wie Iluka Resources Ltd angewandt, einem großen Produzenten im Nischenmarkt Mineralsand, der unter anderem in Plastik und Keramik verwendet wird. Großkonzerne wie Glencore haben ihre Rohstoffförderung von Zink bis Kupfer in den vergangenen Wochen wegen des Überangebots und schwacher Preise in diesen Märkten gesenkt.

Bei Eisenerz allerdings, mit dem Rio Tinto den Großteil seines Gewinns erzielt, schlägt der Konzern diesen Kurs nicht ein. Einige kleinere Wettbewerber und auch Politiker werfen Rio Tinto und anderen vor, die einst blühende Branche kaputt zu machen, indem sie den Markt fluten.

Obwohl die Eisenerzpreise seit Beginn des vergangenen Jahres um 60 Prozent eingebrochen sind, steigerte der britische-australische Bergbaukonzern seine Eisenerzlieferungen in den drei Monaten per Ende September auf 91,3 Millionen Tonnen - 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 12 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Im Gesamtjahr sollen die Lieferungen des Rohstoffs für die Stahlproduktion 340 Millionen Tonnen erreichen, nach 303 Millionen im vergangenen Jahr.

Analysten gehen allerdings davon aus, dass die Preise weiter fallen werden, denn Asiens Appetit nach dem Rohstoff dürfte nicht ausreichen, um das steigende Angebot zu absorbieren. Vor allem da in den kommenden Wochen eine weitere große Eisenerzmine in der australischen Plibara-Region an den Start gehen soll, die der Milliardärin Gina Rinehart gehört.