Automobilhersteller informieren sich auch nach der Krise nur eingeschränkt über mögliche

Automobilhersteller informieren sich auch nach der Krise nur eingeschränkt über mögliche Insolvenzen über die Lieferkette hinweg (Bild: LVDESIGN - Fotolia.com)).

Gunnar Knüpffer

WIESBADEN. Gerade große Autohersteller wurden am häufigsten von Insolvenzen strategischer Lieferanten getroffen. Dennoch informieren sie sich nur eingeschränkt über Insolvenzen hinweg über alle Lieferantenstufen, ergab eine Studie von EBS Business School und D&B. In einer Branche, die den Effizienzgedanken so auf die Spitze getrieben hat, sei die Risikovorsorge nicht in gleichem Maße vorhanden, sagt Studienautor Professor Michael Henke von der EBS. Die Firmen müssten noch einige Hausaufgaben machen. Die Forscher sehen ein Risiko-Paradoxon: Lieferstrukturen in der Branche sind sehr eng verzahnt. Fällt ein Lieferant aus, so hat die Insolvenz auch für alle anderen Beteiligten negative Auswirkungen. Andererseits gibt es lediglich für Lieferanten auf Tier-1- und Tier-2-Ebene ansatzweise ein Risikomanagement für Lieferantenausfälle. Das sei jedoch nur schwach entwickelt und reaktiv gestaltet.