Der europäische Stahlverband sieht für kommendes Jahr wieder sinkende Preise bei den Rohstoffen

Der europäische Stahlverband sieht für kommendes Jahr wieder sinkende Preise bei den Rohstoffen zur Stahlherstellung: Zum einen werden neue Erzeugungskapazitäten entstehen, zum anderen wird die Nachfrage aus China vermutlich nicht noch weiter steigen (Bild: Eon).

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–”Wir erwarten im Verlauf des nächsten Jahres sinkende Preise”, sagte Eurofer-Präsident Wolfgang Eder am Dienstag auf einer Pressekonferenz anlässlich einer in Düsseldorf stattfindenden Branchenmesse. Eder, der gleichzeitig der Vorstandsvorsitzende des österreichischen Stahlherstellers Voestalpine ist, gründet seine Erwartung auf zwei Effekte. Zum einen gehe man davon aus, dass die seit sechs Jahren anhaltende Ausweitung der Produktion in China zum Stillstand kommen werde. Zum anderen bauten die großen drei Minenkonzerne und auch neue Unternehmen Förderkapazitäten auf. “Wir glauben, dass die neuen Kapazitäten den höheren Bedarf deutlich übersteigen werden”, begründete Eder die Aussicht auf sinkende Preise.

Der anhaltende Boom in den Schwellenländern und die Konjunkturerholung in den Industrienationen hat den Rohstoffbedarf und damit die Preise für Eisenerz und Kokskohle nach der Wirtschaftskrise enorm steigen lassen. Eder zufolge ist die Situation seit Herbst 2010 “relativ stabil”. Seitdem koste Eisenerz rund 180 Dollar je Tonne und Kokskohle liege bei 300 bis 310 Dollar je Tonne.

Gleichzeitig bleibe die Nachfrage nach dem Werkstoff Stahl aktuell hoch. “Sie ist europaweit stabil auf hohem Niveau”, sagte Eder. Das gehe quer durch alle Bereiche und auch der Bedarf der Bauindustrie wachse. “Wir sehen keine Wolken aufziehen bis Ende des Jahres”, zeigte sich der Manager zuversichtlich für die kommenden Monate.