Der hohe Kurs des Euro macht die Preissteigerungen bei Rohstoffen zum Teil wieder wett (Bild:

Der hohe Kurs des Euro macht die Preissteigerungen bei Rohstoffen zum Teil wieder wett (Bild: Thierry Burot - Fotolia.com).

BERLIN (Dow Jones/ks)–Im Vergleich zum Vormonat ist der HWWI-Rohstoffpreisindex auf Euro-Basis um knapp 1% gesunken, auf US-Dollar Basis dagegen um 5,6% gestiegen.

“Der Grund für diese Entwicklung ist die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar”, schreiben die HWWI-Experten. Der Rohölpreis erhöhte sich auf US-Dollarbasis im Oktober um 7,3%, in Euro um 0,8%. Der WTI-Rohölpreis erreichte im Oktober einen Preis von über 83 US-Dollar pro Barrel. Der Ölpreisanstieg sei jedoch durch die gut gefüllten amerikanischen Öllagerbestände und durch die Sorgen über die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft in den USA gedämpft worden. Im September war der Rohölpreis in US-Dollar noch um 8% gestiegen.

Bei den NE-Metallen stiegen die Preise im Oktober im Vergleich zum Vormonat um gut 8% in US-Dollar und um 1,7% in Euro. Dem stärksten Anstieg gab es beim Zinn mit einem Plus um 16% in US-Dollar und um 9,2% in Euro. Die Preise für Zink erhöhten sich um 10,3% in US-Dollar und um 3,6% in Euro. Bei Aluminium lagen die Preise um 8,5% in US-Dollar und um 2,0% in Euro über dem Vormonatsniveau.

Die Preissteigerungen bei den NE-Metallen seien unter anderem auf eine gestiegene Nachfrage in den Schwellenländern, insbesondere China zurückzuführen. Gleichzeitig seien Versorgungsengpässe beispielsweise bei Zinn aufgetreten. Gegen Ende Oktober seien die Tagespreise für NE-Metalle wieder zurückgegangen. Im Vergleich zum Höchstwert am 25. Oktober mit 269,3 lag der Teilindex für NE-Metalle am letzten Handelstag im Oktober mit 259,9 Punkten um 3,5% darunter.

Eine geringere chinesische Stahlnachfrage im Sommer hat nach HWWI-Angaben dazu geführt, dass niedrigere Vertragspreise für Eisenerz im vierten Quartal 2010 ausgehandelt wurden. Die Preisrückgänge lagen in US-Dollar bei 10% und in Euro bei 15,4%.

Der Index ohne Energie, in dem die NE-Metalle, agrarische Rohstoffe und Rohstoffe für Nahrungs- und Genussmittel enthalten sind, erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 2,5% in US-Dollar, verringerte sich jedoch in Euro um 3,6%. Dabei fiel der Weizenpreis im Monatsdurchschnitt um 2,3% in US-Dollar und um 8,2% in Euro.

Im Index ohne Energie stieg der Preis für Baumwolle mit 16,2% in US-Dollar und plus 9,4% in Euro am stärksten. Der Zuckerpreis erhöhte sich um 14,3% in US-Dollar und um 7,6% in Euro. Als Hauptgrund für die Preissteigerungen bei Baumwolle nennt das HWWI die Ernteausfälle in Indien, Pakistan und China, die zu einer Angebotsverknappung geführt haben. Das zu trockene Wetter in Brasilien als dem weltweit größten Zuckerproduzent lasse befürchten, dass die Zuckerernte beeinträchtigt werden könnte. Die Lagerbestände an Zucker seien zurzeit sehr gering. Dadurch würden die Preise in die Höhe getrieben, schreiben die HWWI-Rohstoffexperten.