Rolls-Royce Verlust

Mit Verlust schließt der Industriekonzern Rolls-Royce das erste Halbjahr 2016 ab. - Bild: Rolls-Royce

Langfristig dürfte sich ein schwächeres Pfund aber positiv für den Konzern auswirken. Gleichzeitig sieht der britische Triebwerkhersteller erste Früchte seiner Anstrengung zur Verbesserung der Profitabilität. Die Prognose bestätigte das Unternehmen.

Nach der Neubewertung von US-Währungssicherungsinstrumenten schrieb der Londoner Konzern im Halbjahr unter dem Strich einen Verlust von 1,8 Milliarden Pfund. Im Vorjahreszeitraum hatte die Rolls-Royce Holdings Plc einen Nettogewinn von 360 Millionen Pfund geschrieben. Auf bereinigter Basis erzielte der Hersteller von Triebwerken für die Langstreckenflugzeuge von Boeing und Airbus einen Gewinn von 77 Millionen Pfund. Der Umsatz ging um 1 Prozent auf 6,5 Milliarden Pfund zurück.

Auf operativer Basis gab die Währungsschwäche den Geschäftszahlen etwas Rückenwind: Verträge in US-Dollar, die seit der Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union bezahlt wurden, spülten bei der Umrechnung in die Landeswährung mehr Pfund in die Kasse.

Marktbeobachter blickten am Donnerstag aber vor allem auf freien Cashflow, der mit rund minus 400 Millionen Pfund weit über der Konsensschätzung von minus 916 Millionen Pfund liegt. Aber auch der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) habe mit 158 Millionen Pfund besser abgeschnitten als die Konsensschätzung von 30 Millionen Pfund, sagte ein Marktbeobachter. Die Aktie verteuert sich um mehr als 10 Prozent auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr.

Der Industriekonzern, der mit der gleichnamigen Edelautomarke nichts mehr zu tun hat, erholt sich derzeit von mehreren Gewinnwarnungen. Nach einem Gewinneinbruch hatte Rolls Royce erstmals seit 1992 die Dividende senken müssen.

Das im vergangenen Jahr begonnene Turnaround-Programm trage inzwischen erste Früchte, sagte Vorstandschef Warren East, der seit einem Jahr im Amt ist. Die in diesem Jahr erzielten Einsparungen dürften am oberen Ende der erwarteten 30 bis 50 Millionen Pfund liegen. Bis Ende kommenden Jahres will das Unternehmen immer noch bis zu 200 Millionen Pfund einsparen. Die Kosten des Programms seien unverändert. Das Brexit-Referendum werde keine großen Auswirkungen auf das Unternehmen haben.

Die Prognose vom November bestätigte das Unternehmen. Demnach wird der Gewinn in diesem Jahr mit rund 650 Millionen Pfund belastet. Die Einnahmen dürften auf Basis konstanter Wechselkurse "geringfügig niedriger" sind als im Vorjahr.