Rheinmetall

Das Unternehmen profitiert zudem von seinen Sparbemühungen und dem schwachen Euro. Vor dem Hintergrund wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr am Donnerstag auf einen Wert von rund 5 Milliarden Euro erhöht. - Bild: Rheinmetall

Der Kriegsgeräte-Konzern und Automobilzulieferer Rheinmetall hat im Geschäft mit Militärs die Profitabilität zurückerlangt und wächst weiter schnell in der Zivilsparte.

Das Unternehmen profitiert zudem von seinen Sparbemühungen und dem schwachen Euro. Vor dem Hintergrund wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr am Donnerstag auf einen Wert von rund 5 Milliarden Euro erhöht. Zuvor hatte Rheinmetall Erlöse in einer Spanne von 4,8 bis 5 Milliarden Euro vorausgesagt. Die Margenprognose ließen die Rheinmetall-Chefs unverändert.

Den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte das Unternehmen zwischen April und Juni denn auch von 31 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 57 Millionen Euro – und damit stärker als von Branchenexperten erwartet. Die Analysten waren nach den von Dow Jones Newswires zusammengetragenen Schätzungen von einem operativen Quartalsgewinn vor Steuern und Zinsen von 47 Millionen Euro ausgegangen. Auch der Umsatz des Konzerns verbesserte sich etwas stärker als vorausgesagt um 11 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro.

Chinesische Partnerschaft

Die Umsatz- und operativen Ergebnisvergleichszahlen aus dem vergangenen Jahr hat Rheinmetall um den Beitrag des eigenen Aluminiumtechnologie-Geschäfts verringert, weil der Konzern dieses nun anders als im Vorjahreszeitraum als Gemeinschaftsunternehmen mit einem chinesischen Partner führt. Auch unter dem Strich verbesserte sich Rheinmetall aber erheblich. Der Konzern verdiente im zweiten Quartal nach Steuern und Dritten 32 Millionen Euro, nach 9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Sowohl in der Rüstungs- als auch in der Automobilzuliefsparte baute Rheinmetall in den vergangenen Monaten das Geschäft aus. Der Umsatz im Kriegsgerätebau verbesserte sich im ersten Halbjahr auf 1,05 Milliarden Euro, nach 895 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernteil schaffte mit einem EBIT im zweiten Quartal von 1 Million Euro zudem die Rückkehr in die Gewinnzone. Noch im Vorjahresquartal war in der Rüstungssparte ein operativer Verlust von 11 Millionen Euro angefallen.

Stärkeausbau in Europa und den USA

Im Automobilzuliefergeschäft erhöhte sich der Umsatz im ersten Halbjahr gegenüber der angepassten Vergleichszahl um 8 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Rheinmetall profitiert in der Sparte derzeit von der wachsenden Automobilnachfrage vor allem in Europa und den USA. Von der Wachstumsschwäche in China ist der Konzern weniger als einige andere Unternehmen betroffen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen in Rheinmetalls Automobilgeschäft verbesserte sich vor dem Hintergrund im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 114 Millionen Euro. Die operative Marge der Sparte erreichte damit 8,5 Prozent nach 7,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Für einzelne Kennzahlen machte Rheinmetall zunächst nur Angaben zur Entwicklung im Halbjahr.

Angesichts der Entwicklungen sieht sich Rheinmetall nun auf dem Weg, das obere Ende der eigenen Umsatzprognose zu erreichen. Der Konzern will demnach im Gesamtjahr Erlöse von rund 5 Milliarden Euro erzielen. Die Marge vor Steuern und Zinsen soll weiter etwa 5 Prozent betragen. In der Rüstungsgüter-Sparte will Rheinmetall nach der Prognose auch im Gesamtjahr einen Gewinn erwirtschaften.

Der Auftragsbestand blieb denn auch hoch: Er verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreswert um rund 600 Millionen Euro auf 7,1 Milliarden Euro Euro und lag damit auf dem Niveau vom Ende des ersten Quartals.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht