FRANKFURT (sm). Kurz gebremst durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zeigen nun alle Kennzahlen für die wirtschaftliche Entwicklung Russlands wieder steil nach oben. Der Modernisierungsbedarf der russischen Industrie ist immens und das Geschäftspotenzial für Produktionsausrüster damit ebenso. „Nachdem Einnahmen aus dem Rohstoff- und Energiegeschäft wieder sprudeln, ist der Weg für Investitionen in die Industrieausrüstung frei“, erklärt Martin Kapp, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Für 2011 erwartet er ein Wachstum um rd. 8 Prozent. Zum Vergleich: Für Europa wird im gleichen Zeitraum ein Anstieg der Anlageinvestitionen zwischen 1,5 und 1,7 Prozent prognostiziert.

Besonders viel versprechende Kunden für Anbieter von Produktionstechnik sind die Automobilindustrie und der Luftfahrzeugbau in Russland. Nahezu alle internationalen Automobilhersteller sind vor Ort aktiv. Zum Beispiel erweitert die Volkswagen AG ihre Kapazitäten im neuen Produktionswerk in Kaluga südwestlich von Moskau. Dies soll ergänzt werden durch eine Auftragsfertigung und eine Montagekooperation mit der GAZ-Gruppe in Nizhny Nowgorod. Die Daimler AG arbeitet im Transporterbereich ebenfalls mit der GAZ-Gruppe zusammen. Außerdem ist sie am russischen Lastwagenhersteller Kamaz in der Republik Tatarstan beteiligt. Auf Expansionskurs sind auch die Russlandaktivitäten von Ford und Renault. Noch wird der russische Automobilmarkt durch staatliche Verschrottungsprogramme nach westlichem Vorbild künstlich befeuert. Jedoch trauen Wirtschaftsexperten dem Markt auch ohne staatliche Hilfen ein Absatzwachstum nach Stückzahlen zwischen 8 und 14 Prozent jährlich zu. Demnach besteht für Russland bereits 2018 die Chance, Deutschland als bislang ergiebigstem Markt in Europa zu überholen. Auch die russische Luftfahrzeugindustrie bietet Stoff für Fantasien. So setzt der Hersteller Sukhoi aus Moskau auf seinen neuen Superjet 100. Airbus hat Teilaufträge für den A320 und den A380 nach Russland vergeben.
„Für alle Ausbau- und Erweiterungspläne in beiden Märkten wird moderne Produktionstechnik dringend benötigt. Hier insbesondere Hightech-Anbieter beste Chancen, ins Geschäft zu kommen“, prognostiziert Martin Kapp.

Fokus Russland auf der EMO Hannover 2011
Vor diesem Hintergrund veranstaltet der VDW, Organisator der EMO Hannover 2011, am 21. September 2011 das Seminar „EMO-Fokus Russland: Lockruf der Rohstoffdevisen, Produktionsausrüster gefordert“. In einer halbtägigen Veranstaltung informieren ausgewiesene Kenner über den russischen Markt und die beiden Wachstumsfelder Automobil- und Flugzeugbau. Praktiker aus der Werkzeugmaschinenindustrie stellen ihre Strategien für das Russlandgeschäft vor. Schließlich erläutern Experten aus verschiedenen Feldern die speziellen Rahmenbedingungen im Land. Das betrifft juristische Besonderheiten, Finanzierungsmöglichkeiten und technische Rahmenbedingungen.  

Das Seminar richtet sich an internationale EMO-Aussteller und Besucher aus dem Maschinen- und Anlagenbau, die ihr Russlandgeschäft vorantreiben oder optimieren wollen.

„Die EMO Hannover 2011 präsentiert „Werkzeugmaschinen und mehr“, erläutert Martin Kapp. „Sie ist die wichtigste internationale Plattform für technische und wirtschaftliche Trends in der Metallbearbeitung. Deshalb thematisieren wir den spannenden zukunftsträchtigen Markt Russland und bieten EMO-Ausstellern und Besuchern wertvolle Informationen und Tipps aus erster Hand für ihr Russlandgeschäft“, so Kapp weiter.