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Die Sanktionen gegen Russland haben Deutschland laut Wifo knapp 100.000 Arbeitsplätze gekostet. - Bild: Pixabay

Die Entwicklung im Jahr 2016 haben die Forscher noch nicht untersucht.

Die deutschen Unternehmen mussten im vorvergangenen Jahr Exportausfälle von 6 Milliarden Euro verkraften, die allein auf das Konto der Sanktionen und russischen Gegensanktionen gehen, wie die Wifo-Volkswirte in einem Aufsatz vom Dezember darlegen. Für alle 27 Länder der Europäischen Union ergibt sich ein Exportverlust von rund 18 Milliarden Euro, der 400.000 Jobs gekostet haben dürfte.

Die Ökonomen betonen in ihrem Aufsatz, dass die tatsächliche Entwicklung des Handels 2015 noch viel düsterer ausgefallen ist. Sie summieren die Einbußen an Ausfuhren auf 40 Milliarden Euro und einen Stellenabbau von 900.000 Jobs. Neben den Strafmaßnahmen sei hier der Verfall des Ölpreises und des Rubel die Hauptursache gewesen.

Die wegen der aggressiven Ukraine-Politik Moskaus Mitte 2014 eingeführten Wirtschaftssanktionen haben die EU-Staaten kurz vor Weihnachten um weitere sechs Monate verlängert. Die Strafmaßnahmen bleiben nun bis Ende Juli in Kraft. Sie richten sich gegen Russlands Finanz-, Energie- und Rüstungssektor.

Die Aufhebung der Sanktionen hat die EU an die Erfüllung des Minsker Abkommens geknüpft, das eine Befriedung der Ostukraine erreichen soll. Der Kreml unterstützt die pro-russischen Separatisten im Osten des Nachbarlandes mit Geld, Waffen und bei der Verwaltung der Gebiete.