Peter Terium

Eine Nicht-Entlastung hat zwar keine rechtlichen Folgen, für die Konzernführung um Vorstandschef Peter Terium wäre ein solches Votum aber ein schlechtes Signal gewesen. - Bild: RWE

Mehr als 97 Prozent der anwesenden Anteilseigner stimmten am Mittwoch für eine Entlastung des Vorstands, wie RWE am Abend mitteilte.

Die Kommunen, die rund 24 Prozent der RWE-Anteile halten, hatten damit gedroht, dem Vorstand ihre Entlastung zu verweigern. Eine Nicht-Entlastung hat zwar keine rechtlichen Folgen, für die Konzernführung um Vorstandschef Peter Terium wäre ein solches Votum aber ein schlechtes Signal gewesen.

Die kommunalen Anteilseigner sind verärgert darüber, dass RWE erstmals seit 60 Jahren keine Dividende an seine Stammaktionäre ausschüttet. Die Inhaber von Vorzugsaktien erhalten 13 Cent je Anteilsschein. Die anwesenden Aktionäre stimmten dem Dividendenvorschlag mit knapp 98 Prozent zu.

Tumulte bei Terium-Rede

RWE-Chef Peter Terium hatte gerade zwei Minuten gesprochen, als Umwelschützer die Bühne der Essener Grugahalle stürmten. "Eure Zeit ist abgelaufen", skandierten sie. Es dauerte mehrere Minuten, bis die Sicherheitskräfte die Lage im Griff hatten. Dabei waren die Sicherheitsauflagen bei der RWE-Hauptversammlung ohnehin hoch. Aktionäre mussten auf dem Weg zur Essener Grugahalle an einer Polizeikette vorbei. Vor der Halle wurde laut Polizei vier Demonstranten zur Feststellung der Personalien vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Neue Aufsichtsräte gewählt

Die Hauptversammlung wählte auch neue Mitglieder in den Aufsichtsrat. In das Kontrollgremium eingezogen sind unter anderem der frühere Eon-Finanzvorstand Erhard Schipporeit, die IBM-Deutschland-Chefin Martina Koederitz und die frühere Chefin der Internationalen Energieagentur, Maria van der Hoeven.

Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche und der frühere Thyssenkrupp-Chef Ekkehard Schulz schieden ebenso aus wie der bisherige Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Sein Nachfolger ist der ehemalige SAP-Finanzvorstand Werner Brandt, der bereits Mitglied des Aufsichtsrats war.

Mit Material vom WDR