Peter Terium

Mit Blick auf die künftige Dividende dämpfte RWE-Chef Peter Terium die Erwartungen. - Bild: RWE

"Wir haben zu kämpfen", sagte Terium der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die Krise sei "noch nicht ausgestanden". Zugleich verwies der RWE-Chef auf Fortschritte. "Wir haben unsere Schulden abgebaut, Ballast abgeworfen, uns effizienter aufgestellt und das Unternehmen solide durchfinanziert. Gleichzeitig haben wir einen Kulturwandel im Unternehmen auf den Weg gebracht."

Mit Blick auf die künftige Dividende dämpfte Terium die Erwartungen. "Das Thema Dividende steht derzeit nicht auf der Tagesordnung. Generell wäre es aber falsch, übertriebene Hoffnungen zu verbreiten", sagte der RWE-Chef. "Unsere Eigenkapitaldecke ist dünn. Und wir brauchen Geld im Unternehmen, um Investitionen in die Zukunft tätigen zu können." Beobachter erwarten, dass RWE die Dividende für das laufende Jahr kürzen wird. RBC Capital Markets rechnet etwa damit, dass RWE 50 bis 60 Cent je Aktie zahlen wird. Für vergangenes Jahr hatte der Konzern einen Euro je Aktie ausgeschüttet.

Auch eine Aufspaltung des Konzerns sei eine Option, sagte Terium. "Wir halten uns Handlungsoptionen offen", erklärte er. RWE hat wie andere Energieunternehmen auch angesichts der Konkurrenz durch Ökostrom immer größere Schwierigkeiten, mit seinen konventionellen Kraftwerken Geld zu verdienen. "Wir sehen, dass die konventionelle Stromerzeugung angesichts sinkender Börsenstrompreise immer schwieriger wird", räumte Terium ein. Der RWE-Konkurrent E.ON hat bereits entschieden, sich von der Stromerzeugung in großen Kohle- und Gaskraftwerken zu trennen.

Investitionen in Windenergie und Photovoltaikanlagen

Zur Frage, wo RWE künftig Geld verdienen wolle, sagte Terium: "Wir haben mit dem Netzgeschäft, unseren Vertriebsaktivitäten und den erneuerbaren Energien mehrere profitable Standbeine. Darauf können wir aufbauen." Investitionen plane RWE insbesondere in Windenergie und neuerdings auch in große Photovoltaikanlagen, betonte Terium. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind große Solarparks geplant. Hier will sich RWE an Ausschreibungen mit regionalen Partnern beteiligen. Großes Potenzial gebe es auch in Ägypten. Auch das Geschäft rund um Energiedienstleistungen, mit dem RWE aktuell 500 Millionen Euro umsetze, und die Gebäudetechnik bieten nach Einschätzung von Terium "vielfältige Chancen". Außerdem werde RWE massiv Geld in neue Energienetze stecken.