RWE

RWE hat wie andere Energieunternehmen angesichts der Konkurrenz durch Ökostrom immer größere Schwierigkeiten, mit seinen konventionellen Kraftwerken Geld zu verdienen. - Bild: RWE

Für das Gesamtjahr bestätigte der DAX-Konzern die Prognose für das operative Geschäft. Das geplante bereinigte Nettoergebnis wird aber "möglicherweise nur knapp" erreicht werden, wie RWE am Donnerstag mitteilte.

RWE hat wie andere Energieunternehmen angesichts der Konkurrenz durch Ökostrom immer größere Schwierigkeiten, mit seinen konventionellen Kraftwerken Geld zu verdienen. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis sank in der Zeit von Januar bis September von 763 Millionen Euro im Vorjahr auf 545 Millionen. Ein Grund dafür war auch eine hohe Steuerquote. Der Rückgang fiel höher aus als erwartet: Analysten hatten lediglich mit einer Verschlechterung auf 596 Millionen Euro gerechnet.

Der Nettogewinn stieg zwar deutlich, dafür war aber vor allem ein Buchgewinn aus dem Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea verantwortlich. Unter dem Strich verdiente RWE deshalb in den ersten neun Monaten 1,94 Milliarden Euro nach 994 Millionen im Vorjahr.

Probleme in Großbritannien

Das Betriebsergebnis sank um knapp neun Prozent auf 2,65 Milliarden Euro. Im operativen Geschäft machen RWE nicht nur die niedrigen Großhandelsstrompreise zu schaffen, der Konzern hat auch große Probleme in Großbritannien. Das Betriebsergebnis der Vertriebstochter NPower lag bei minus 66 Millionen Euro, nach einem Plus von 90 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. RWE hatte bereits bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen von Schwierigkeiten bei der Umstellung auf ein neues IT-System berichtet und die Jahresprognose für die britische Tochter deutlich gesenkt.

Für das laufende Jahr rechnet RWE weiterhin mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro. Das wäre ein Rückgang von bis zu 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Betriebsergebnis wird nach der Prognose des Konzerns um bis zu 10 Prozent auf 3,6 bis 3,9 Milliarden Euro sinken. Das bereinigte Nettoergebnis soll "voraussichtlich" 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro betragen.