RWE Rolf Martin Schmitz

RWE-Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz glaubt, dass sich der Einsatz der Kohle parallel zum Bedarf entwickeln wird. - Bild: RWE

"Ich sehe keinen Bedarf für einen Runden Tisch", sagte RWE-Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz am Dienstag auf der Handelsblatt-Tagung Energiewirtschaft in Berlin. Er glaube, dass sich der Einsatz der Kohle parallel zum Bedarf entwickeln werde, sagte Schmitz. "Der Markt wird es regeln." Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte zuvor zu einer sachlichen Diskussion mit "beiden Seiten" aufgerufen.

Die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende hatte jüngst einen Runden Tisch zum Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2040 vorgeschlagen. Bei RWE war bisher vom Jahr 2050 die Rede. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unterschied von zehn Jahren ein unüberbrückbares Problem darstellt", sagte Gabriel dazu am Dienstag.

Für RWE spielt die Kohleverstromung eine wichtige Rolle. Rund 60 Prozent des im Jahr 2014 erzeugten Stroms des Konzerns stammte aus Stein- und Braunkohlekraftwerken. Derzeit steht RWE vor einem großen Umbruch: Im Dezember hatte der Konzern angekündigt, seine Zukunftsaktivitäten von der konventionellen Stromerzeugung zu trennen. Das Ökostromgeschäft, den Vertrieb und das Netzgeschäft will der Konzern in eine neue Aktiengesellschaft überführen. Rund zehn Prozent der Anteile an dieser Gesellschaft will RWE Ende dieses Jahres im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse bringen.