Peter Terium

Peter Terium: "Wir wissen, dass wir mit der heutigen Entscheidung viele Aktionäre enttäuschen. Sie ist jedoch notwendig, um unser Unternehmen zu stärken." - Bild: RWE

Vor dem Hintergrund der weiter verschlechterten Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung soll damit die Finanzkraft des Unternehmens gestärkt werden, teilte die RWE AG mit. Der am 20. April stattfindenden Hauptversammlung werde der Vorstand je Vorzugsaktie eine Dividende von 0,13 Euro und die Aussetzung der Dividende für Stammaktien vorschlagen. Im Vorjahr betrug die Dividende 1 Euro je Vorzugs- bzw. Stammaktie.

Der Kurs der RWE-Stammaktie brach nach der Ankündigung um fast 10 Prozent ein. Ein Händler bezeichnete den Verzicht auf die Dividende als "verheerendes Signal". "Dass die Stammaktionäre von RWE weniger erhalten würden als früher, war natürlich allen am Markt klar", sagte er. "Aber gar keine Dividende, das ist bitter". Die Erwartungen hatten bei 50 bis 60 Euro-Cent je Stammmaktie gelegen.

Die operativen Ziele für das vergangene Jahr hat RWE derweil erreicht, wie der Konzern separat mitteilte. Nach vorläufigen, noch nicht testierten Jahresabschlusszahlen erzielte der Konzern ein betriebliches Ergebnis von 3,8 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,1 Milliarden Euro.

Die Werte liegen innerhalb der prognostizierten Bandbreiten. RWE hatte ein Betriebsergebnis von 3,6 bis 3,9 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,1 bis 1,3 in Aussicht gestellt.

Das EBITDA war mit 7,0 Milliarden Euro deutlich höher als die geplanten bis zu 6,4 Milliarden Euro, was aber auf Sondereffekte zurückzuführen sei. Die operative Ertragslage habe sich insgesamt verschlechtert und der fortgesetzte Preisverfall im Stromgroßhandel führte zu einer Erosion der Kraftwerksmargen. Dies veranlasste RWE zu einer Wertberichtigung von 2,1 Milliarden Euro auf deutsche und britische Kraftwerke. Außerdem mussten latente Steuern in Hohe von 0,9 Milliarden Euro erfolgswirksam abgeschrieben werden. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 0,2 Milliarden Euro.